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Meine Stadt Hannover: Professor droht Zwangsgeld
Hannover Meine Stadt Hannover: Professor droht Zwangsgeld
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14:52 07.04.2019
KEINE GENEHMIGUNG: Die „Villa“ in der Wielandstraße 5 (Mitte) hat das NSI ohne Genehmigung als Studienort betrieben. Die Baugenehmigung galt aber nur für Wohnnutzung. Quelle: Behrens
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HANNOVER

Was ist nur im Niedersächsischen Studieninstitut (NSI) los? Nach Pannen um fehlende Baugenehmigungen und aus dem Ruder gelaufenen Baukosten droht nun dem NSI-Chef, Professor Michael Koop, neues Ungemach. Anwalt Jens Klinkert hat ein Zwangsgeld gegen Koop beim Arbeitsgericht beantragt. „Die Höhe des Zwangsgeldes stelle ich in Ermessen des Gerichts“, meint Klinkert. Der Anwalt vertritt einen gekündigten Mitarbeiter.

Keine Baugenehmigung

Im NSI wird das Personal der niedersächsischen Kommunen geschult. Das Institut ist auch der Trägerverein der Kommunalen Hochschule für Verwaltung Niedersachsen (HSVN), Koop ist Präsident der Hochschule. Umso erstaunlicher, dass man es im Umgang mit behördlichen Genehmigungen nicht so genau genommen hat. So gab es unter anderem zehn Jahre lang keine Genehmigung für die Nutzung der „Villa“ (Wielandstraße 5, Mitte) als Lehr- und Lernort.

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Der NSI-Leiter Koop macht für all die Pannen einen mittlerweile gekündigten Mitarbeiter verantwortlich. Am 17. Januar 2019 einigten sich Vertreter des NSI und der Ex-Mitarbeiter im Arbeitsgericht auf einen Vergleich. Gegenüber Dritten durften keine Informationen mehr übereinander weitergegeben werden. Über die Kündigungsschutzklage ist noch nicht entschieden.

Eidesstaatliche Erklärung

Doch fünf Tage später soll Koop in einer Mitarbeiterversammlung dem gekündigten Mitarbeiter ein „perfides Verhalten“ vorgeworfen haben. Seine Leistungen in Bezug auf die Cafeteria in Oldenburg (Baukosten haben sich mehr als verdoppelt) seien „eine Katastrophe“ gewesen. Außerdem habe der Ex-Angestellte eine „Erpressermail“ geschrieben. Anwalt Klinkert stützt sich in dem einstweilligen Verfügungsverfahren auf eine eidesstattliche Erklärung eines Zeugen, der an der Mitarbeiterversammlung teilgenommen hatte.

Professor Koop erklärte gegenüber der NP in einer Mail vom 29. März: „Ein Verstoß gegen eine gerichtliche Vereinbarung liegt nicht vor.“ Das passt nicht zu einer Erklärung, die er zuvor in einem Telefonat am 19. Februar gemacht hatte. Als ihn die NP in Bezug auf die Mitarbeiterversammlung befragte, erklärte er unaufgefordert, dass er eventuell gegen eine gerichtliche Vereinbarung verstoßen habe.

Von Thomas Nagel