Hannover: Polizei fasst Jugendlichen, der Großvater bestohlen hatte
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Meine Stadt Bundespolizei erwischt vermissten Jugendlichen, der seinem Opa 4000 Euro gestohlen hatte
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Hannover: Polizei fasst Jugendlichen, der Großvater bestohlen hatte

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20:02 17.11.2021
Der Polizei ist in einem Zug ein vermisster Jugendlicher ins Netz gegangen – der hatte einiges auf dem Kerbholz.
Der Polizei ist in einem Zug ein vermisster Jugendlicher ins Netz gegangen – der hatte einiges auf dem Kerbholz. Quelle: Holger Hollemann/dpa (Symbolbild)
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Hannover

Den Beamten der Bundespolizeidirektion Hannover gehen in Zügen wie auch im Hauptbahnhof regelmäßig gesuchte Straftäter ins Netz. Einen besonders kuriosen Fang machten die Polizisten am Mittwochmittag. Als eine Streife gegen 12.30 Uhr einen Fernzug in Richtung Wolfsburg betrat, fiel ihnen ein Jugendlicher auf, der seine Maske unter dem Kinn trug. Als die Beamten den 14-Jährigen kontrollierten, wurde klar: Er war am Sonntag durch eine Jugendeinrichtung in Berlin als vermisst gemeldet worden. Von dort hatte sich der Junge aus Sassnitz (Rügen) entfernt, ohne sich abzumelden.

Übernachtung in Hamburger Hotels

Er kam zunächst auf die Wache, wo sich im Zuge der Ermittlungen herausstelle, was der junge Mann auf dem Kerbholz hatte. Nach seinem Verschwinden war er nach Plön (Schleswig-Holstein) gefahren, um seinen Großvater zu treffen. Allerdings verlief der Besuch des Enkels weniger wohlwollend. Denn der 14-Jährige stahl seinem Opa 4000 Euro und setzte seine Reise durch Norddeutschland fort.

Der Großvater erstatte Anzeige gegen seinen Enkel, der nach Hamburg weiterfuhr. Wie die Bundespolizei Hannover mitteilt, traf er sich dort mit einem Freund. Beide übernachteten in Hotels, wie der 14-Jährige gegenüber den Beamten erklärte. Am Mittwoch fuhr er dann nach Hannover, von wo er nach Berlin weiterreisen wollte. Doch im Zug nach Wolfsburg war noch vor Abfahrt Schluss.

4000 Euro verprasst, noch 50 Cent in der Tasche

In der Wache wurde schließlich noch geklärt, was der Jugendliche mit dem entwendeten Geld gemacht hatte. „Die 4000 Euro hatte er innerhalb der letzten Tage restlos ausgegeben und kaufte sich hierfür zum Beispiel Markenkleidung, Parfum und ein neues Smartphone“, so Kevin Müller von der Bundespolizei. Eine Fahrkarte nach Berlin hätte sich der 14-Jährige nicht mehr leisten können. „Er hatte nur noch 50 Cent dabei.“

Wie Müller sagt, ist der Jugendliche polizeibekannt – und das schon, bevor er 14 Jahre alt und damit strafmündig wurde. Die von ihm gekauften Dinge wurden durch die Bundespolizei nach Rücksprache mit der Justiz zur Beweissicherung beschlagnahmt. Da der Vater telefonisch nicht erreicht werden konnte, wurde der Junge vorerst an das Jugendamt Hannover übergeben.

Von Manuel Behrens