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Meine Stadt Hannover: Politiker klagen über zu kalte Rathaus-Sitzungen
Hannover Meine Stadt Hannover: Politiker klagen über zu kalte Rathaus-Sitzungen
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16:11 28.03.2019
Kompliziertes Klima: Im Hodlersaal kommt einmal im Monat der Bezirksrat Mitte zusammen. Zuletzt war der Politik dort zu kalt.
Kompliziertes Klima: Im Hodlersaal kommt einmal im Monat der Bezirksrat Mitte zusammen. Zuletzt war der Politik dort zu kalt. Quelle: Wallmüller
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Frostig war die Atmosphäre zwischen den Parteien im Bezirksrat Mitte regelmäßig in den vergangenen Monaten. Zuletzt war den Mitgliedern des Gremiums aber wohl auch im wahrsten Sinne des Wortes zu kalt im Hodlersaal, in dem dieses einmal im Monat zusammenkommt. Per einstimmigem Beschluss hat der Bezirksrat die Stadt nun aufgefordert, besser zu heizen.

Vorgelegt hatte den Antrag die SPD. Die Genossen scheinen vor allem in der Februar-Sitzung gefroren zu haben. Sie schreiben, dass „Staatspräsidenten ausgesuchter westlicher Industrienationen“ die „Temperierung des Hodlersaals zur letzten Bezirksratssitzung“ als Beleg für die Nicht-Existenz des Klimawandels hätte dienen können.

Sitzungssaal „raumklimatisch eine Besonderheit“

Eine „hinreichende Beheizung zumindest zu Sitzungsbeginn ist konstruktiven Beratungen und Entscheidungsfindungen nicht abträglich“, findet die SPD – und bekam dafür auch die Zustimmung der anderen Parteien im Bezirksrat.

Laut Stadt wird die Temperatur in ihren Gebäuden während der Heizperiode grundsätzlich auf 20 Grad einreguliert. Der Hodlersaal, in dem der Bezirksrat zusammenkommt, stelle aber „raumklimatisch eine Besonderheit im Neuen Rathaus dar“, erklärt Stadtsprecher Dennis Dix.

Dort gebe es „keine Heizung im eigentlichen Sinne“. Die Temperaturen würden über „eine komplexe Klimaanlage automatisch geregelt“. Das Wärmen eines Raums sei deshalb „weniger präzise steuerbar“. In „Kenntnis der Beschwerden über einen zu kalten Raum“ sei die Raumtemperatur deshalb auf 21,5 Grad eingestellt.

Stadt sucht jetzt die Wohlfühltemperatur

Werde diese überschritten, kühle die Anlage aber wieder mit kalter Luft auf 21,5 Grad runter. Das wird die Ursache für den „kalten Zug“ sein, über den sich Politiker beklagten. „Die gefühlte Temperatur weicht von der tatsächlich gemessenen Raumtemperatur ab“, sagt Sprecher Dix.

Derzeit arbeite die Haustechnik aber daran, „eine Wohlfühltemperatur“ für die Sitzungsteilnehmer zu erreichen, berichtet Dix. In die Märzsitzung am vergangenen Montag schickte die Verwaltung bereits einen Experten, der alle 15 Minuten die Temperatur maß und sich auch an verschiedenen Stellen im Saal einen Eindruck vom Raumklima verschaffte. Damit es im Bezirksrat nicht noch frostiger zugeht, als es die politische Lage erfordert.

Von Christian Bohnenkamp