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Meine Stadt Für Senioren: Freie Fahrt im Nahverkehr statt Führerschein
Hannover Meine Stadt Für Senioren: Freie Fahrt im Nahverkehr statt Führerschein
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07:39 13.09.2019
VERZICHTBAR: Senioren, die freiwillig auf ihren Führerschein verzichten, können möglicherweise bald kostenlos den Nahverkehr nutzen. Quelle: Foto: dpa
Hannover

Senioren, die mit zunehmendem Alter zu einem Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr werden könnten, soll der Abschied vom Auto leichter gemacht werden. Der Verkehrsausschuss der Region hat in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig beschlossen, dass sie zwei Jahre freie Fahrt im Nahverkehr haben sollen, wenn sie ihren Führerschein abgeben. Außerdem soll die Region eine Werbekampagne unter dem Motto „Öffis statt Führerschein“ auflegen.

In anderen Städten wie Dortmund, Bremen, Münster oder Köln gibt es solch ein Angebot bereits. Die Idee für die Region Hannover kommt von Schülern aus dem Planspiel „Pimp Your Town“. Die Mehrheitskoalition von SPD und CDU fand den Vorschlag gut, setzte ihn nun selbst auf die Tagesordnung.

„Wir wollen ein Angebot machen. Nicht mehr und nicht weniger. Das ist keine Zwangsbeglückung“, so CDU-Verkehrsexperte Eberhard Wicke. Wer den Führerschein behalten wolle, dürfe das. Er hoffe jedoch, dass einige darüber nachdenken würden, „ob es nicht bequemer ist, den Nahverkehr zu nutzen, anstatt mit dem Auto auf Parkplatzsuche um die Oper zu kreisen.“ Die Region soll nun ein entsprechendes Konzept erarbeiten.

FDP will Angebot auf alle ausweiten

FDP-Mann Gerhard Kier ging der Vorschlag nicht weit genug. Um möglichst viele zum Verzicht auf das Auto zu bewegen, sollte das Angebot für alle gelten und nicht nur für Senioren. Die Grünen regten außerdem eine Prüfung an, ob Senioren, die auf ihren Führerschein verzichten, ein Pedelec zur Verfügung gestellt werden könnte.

Und was sagt die Zielgruppe? „Als Anreiz fände ich das nicht verkehrt“, so Klaus Dickneite, stellvertretender Vorsitzender des Seniorenbeirats der Stadt Hannover. Ob davon Gebrauch gemacht würde, hänge aber von der Zuverlässigkeit und der Erreichbarkeit der Öffis ab. „Es gibt viele, die sich sagen, das Gaspedal kann ich noch erreichen, aber einen Kilometer laufen kann ich nicht mehr.“

Empfehlung für ärztliche Untersuchung

Aus Sicht der Unfallverhütung hält Heiko Johannsen, Leiter der MHH-Unfallforschung, das Angebot „für wichtig“. Senioren seien zwar nicht besonders häufig in Unfälle verwickelt, aber wenn sie es seien, dann eben meist auch als Verursacher. „Aber das hängt von der geistigen und körperlichen Fitness ab“, sagt der Experte. Das geplante Angebot sollte mit der Empfehlung verbunden werden, diese Fitness ärztlich überprüfen zu lassen.

Eine Tauglichkeitsprüfung für Senioren gibt es in Deutschland nicht. Dass sie ab einem gewissen Alter größere Probleme im Straßenverkehr haben, gilt jedoch als unstrittig.

Von Christian Bohnenkamp und Andreas Krasselt

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