Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Notfallübung im Landesmuseum schützt Kulturgüter
Hannover Meine Stadt Notfallübung im Landesmuseum schützt Kulturgüter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:01 29.08.2018
Im Museum: Feuerwehrmänner bergen ein Gemälde während einer Notfallübung im Ausstellungsraum im Landesmuseum. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Ein Alarm ertönt, bei der Feuerwehr Hannover geht ein Notruf ein. Er kommt aus dem Landesmuseum. Es ist ein spezieller Einsatz für die Feuerwehr, denn sie muss nicht nur die Menschen in Sicherheit bringen, sondern auch die vielen Kulturgüter. „Bei uns im Museum gibt es nur Originale und die sind unersetzlich“, sagt Museumssprecherin Nicola Kleinecke.

In diesem Fall handelt es sich zwar nur um eine Übung, aber die Feuerwehr muss im Ernstfall die gefährdeten Exponaten bergen und in Sicherheit bringen. Im Landesmuseum liegen seltene Münzen, alte Urkunden und Gemälde sowie viele andere empfindliche Werke von kulturellem Wert. Dafür ist bei dem Übungseinsatz auch die Notfallgruppe Kulturgutschutz alarmiert worden. Für den Einsatz hatten die Feuerwehrkräfte eine spezielle Schutzausrüstung für die Helfer, Materialien für die Verpackung und den Schutz der Kulturgüter dabei. Rund 15 Mitarbeiter anderer Museen, Bibliotheken und Archive der Region Hannover werden zusätzlich zur Feuerwehr benachrichtigt, um die Kunststücke in Folie zu wickeln, in Kisten zu verstauen und somit sicher zu verwahren.

Anzeige

Info: Landesmuseum

Das Landesmuseum ist das größte staatliche Museum in Niedersachsen und besteht seit mehr als 150 Jahren. Es liegt direkt am Maschpark (Willy-Brandt-Allee 5). Es besteht aus fünf Abteilungen. Das Museum wird auch „Welten-Museum“ ge­nannt. Im Erdgeschoss sind die „Natur-Welten“ (Wasser-, Luft- und Land-Welten). In den „Menschen-Welten“ befinden sich Archäologie und Völkerkunde, in den „Kunst-Welten“ sind Gemälde, Grafiken und Skulpturen zu finden. Es gibt auch eine große Münzsammlung. Bis 14. Oktober läuft die Sonderausstellung „Glanzlichter. Naturfotografien 2018“. Geöffnet ist dienstags bis freitags von zehn bis 17 Uhr, am Wochenende von zehn bis 18 Uhr.

Nach der knapp einstündigen Übung sind die Beteiligten der Feuerwehr und des Landesmuseums zufrieden. „Mit der Konzentration von Notfallmaterial bei der Feuerwehr Hannover ist bei einem Einsatz des Notfallverbundes eine schnellere und umfassendere Erstversorgung von Kulturgütern möglich“, sagt Hannovers Feuerwehrchef Claus Lange. Matthias Görn, Betriebswirtschaftlicher Leiter des Landesmuseums, ergänzt: „Die Übung hilft und noch besser auf Gefahrensituationen vorbereitet zu sein, die hoffentlich nie eintreten werden.“ Im Landesmuseum war es die erste Übung dieser Art, in der Staatskanzlei wurde der Ernstfall bereits simuliert.

Von Karina Hörmann

29.08.2018