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Meine Stadt „Oma, ich habe jemanden totgefahren“: Polizei warnt vor Schockanrufen in Hannover
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Hannover: Neue kriminelle Masche - Schockanrufe bei Senioren

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14:01 29.07.2021
Schockanrufe häufen sich in der Region Hannover, Opfer sind vor allem ältere Menschen.
Schockanrufe häufen sich in der Region Hannover, Opfer sind vor allem ältere Menschen. Quelle: dpa/Karl-Josef Hildenbrand
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Hannover

Mit unfassbar schäbigen Tricks arbeiten Verbrecherbanden, um Senioren zu bestehlen. Von der aktuellsten, besonders gemeinen Masche berichten Polizei und Staatsanwaltschaft Hannover. Es habe bereits mehrere Vorfälle dieser Art in Hannover und der Region gegeben.

Danach melden sich vermeintliche Verwandte mit einer weinenden und schreienden Stimme oder aber auch vermeintliche Polizeibeamte oder Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft am Telefon ihrer Opfer. Mit emotionalen Druck werden die Opfer in einen Schockzustand versetzt und so überrumpelt.

So funktionieren die Tricks der Kriminellen:

Polizeisprecherin Janique Bohrmann weiß genau, wie die Verbrecher vorgehen: „Die Betrüger schildern, dass das vermeintliche Familienmitglied einen Menschen totgefahren habe. Die vermeintliche Staatsanwaltschaft verlangt eine Kaution zumeist in einem hohen fünfstelligen Bereich. Senioren werden gebeten, ihre Handynummern mitzuteilen und in einem ständigen in telefonischen Kontakt zur vermeintlichen Staatsanwalt oder zum vermeintlichen Polizisten zu bleiben. Zumeist werden die Senioren zu einer Bank gelotst und sollen das entsprechende Bargeld abheben. Auch werden Tipps bei der Abhebung des Geldes gegeben, falls der Bankangestellte kritisch nachfragen sollte, warum eine größere Summe abgehoben wird. ,Für eine größere Anschaffung’ sollen die betroffenen Personen des öfteren antworten. Anschließend wird die Adresse von einem Amtsgericht, einer Polizeidienststelle oder einer Staatsanwaltschaft genannt. Kurz vor dem Gebäude wird dem älteren Menschen über das Telefon gesagt, dass ein Polizist in Zivil kommt und man das Geld auf offener Straße in einem Briefumschlag übergeben soll. Zum Schluss werden die Betroffenen noch eindringlich darauf hingewiesen, dass man eine Schweigepflicht hat und es niemanden erzählen darf, da sonst dem in Not geratenen Familienangehörigen etwas passieren wird.“

Auch die Staatsanwältin warnt

Auch die Staatsanwaltschaft Hannover bestätigt diese miese Masche. Sie stellt klar: „Die Staatsanwaltschaft tritt an keine Angehörigen heran und fordert Kautions- bzw. Geldbeträge“, teilt Staatsanwältin Kathrin Söfker mit. Amtsrichter Koray Freudenberg rät, den Servicepoint unter 0511/347-3504 für anzurufen, wenn es Fragen gibt.

In jedem Fall die 110 anrufen

Am wichtigsten aber ist die Nummer 110. Falls vermeintliche zivile „Polizisten“ plötzlich oder auch mit obskurer Voranmeldung vor der Haustür stehen, rät Polizeisprecherin Bohrmann folgendes: „Wählen Sie die 110! Lassen Sie sich von der Leitstelle bestätigen, dass es tatsächlich Polizeibeamte sind - die Leitstelle weiß, wo sich die Funkstreifenwagen befinden. Die Polizei und Justiz verlangen niemals eine Bargeld- oder Schmuckübergabe!“

Von Petra Rückerl