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Meine Stadt Hannover: Hartwig-Claußen-Schule bekommt neue Höranlage
Hannover Meine Stadt Hannover: Hartwig-Claußen-Schule bekommt neue Höranlage
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17:54 25.04.2019
FÖRDERANGEBOTE: Die Hartwig-Claußen-Schule teilt sich das Gebäude mit der Franz-Mersi-Förderschule mit Schwerpunkt Sehen. Quelle: Tilman Weber
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Hannover

Inklusion ist nach Ansicht vieler Pädagogen für das soziale Miteinander von wesentlicher Bedeutung. Hinsichtlich der technischen Ausstattung für ihre Schüler punkten jedoch oftmals die Förderschulen. Damit das auch so bleibt, soll die Hartwig-Claußen-Schule (Schwerpunkt Hören) am Altenbekener Damm (Südstadt) eine neue Höranlage auf Funkbasis erhalten. Der Schulausschuss der Region hat dem Antrag der Verwaltung am Donnerstag einstimmig zugestimmt.

Die bestehende Anlage wurde vor zehn Jahren installiert, damals aus Mitteln des Konjunkturpakets II des Bundes finanziert. Mittlerweile ist sie veraltet und vor allem stark reparaturanfällig. Die neue Anlage soll daher auch nicht gekauft, sondern geleast werden, was inklusive eines Wartungsvertrags nach Schätzung der Verwaltung bei einer fünfjährigen Laufzeit jährlich Kosten von 61.500 Euro verursachen würde, insgesamt also etwas mehr als 300.000 Euro. Da die Leistung ausgeschrieben werden muss, sind die konkreten Kosten noch unklar. Für das Haushaltsjahr 2019 kann die Schule jedoch aufgrund einer zweckgebundenen Erbschaft die Investition aus eigenen Mitteln finanzieren.

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Lautsprache ausbilden

Die Hartwig-Claußen-Schule wird aktuell von 132 Schülerinnen und Schülern in 15 Klassen besucht. Kinder und Jugendliche, deren Hörfähigkeit zwar erheblich gestört ist, die dennoch in der Lage sind, akustische Signale und Sprache wahrzunehmen, gegebenenfalls mit einer Hörhilfe. Die Schule bemüht sich insbesondere darum, den Schülern bei der Ausbildung einer verständlichen Lautsprache zu helfen, um ihnen die Kommunikation mit ihrer Umwelt zu erleichtern.

Damit sie erfolgreich am Unterricht teilnehmen können, brauchen sie eine einheitliche und abgestimmte hörtechnische Versorgung, wobei sich die FM-Höranlage (frequenzmodulierte Funksignale) bestens bewährt hat. Die Ausstattung ermöglicht jedem Kind, direkt zu hören, was die Lehrer sagen. Durch Drücken eines Buttons können sie auch die Beiträge ihrer Mitschüler hören. Störende Nebengeräusche werden eliminiert.

Ersatzteile fehlen

Neben der Reparaturanfälligkeit hat die alte Anlage weitere Mängel: Es fehlen Ersatzteile, sie ist nicht mit allen Akkus kompatibel, und wenn die Halsschlaufen zerschlissen sind, fehlen Verbindungsmöglichkeiten mit den individuellen Hörgeräten der Schüler, da es keinen Ersatz gibt. Individuelle Höranlagen als Alternative sind oft nicht mit anderen kompatibel, zudem sie auch nicht für alle Kinder von den Krankenkassen finanziert würden. Diese Schüler mit einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) würden dann nur eingeschränkt am Unterricht teilnehmen können.

Die endgültige Entscheidung über die Beschlussdrucksache trifft die Regionsversammlung voraussichtlich in ihre Sitzung am 21. Mai.

Von Andreas Krasselt