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Meine Stadt Hannover: Neue Buslinie für die Gehägestraße?
Hannover Meine Stadt Hannover: Neue Buslinie für die Gehägestraße?
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09:23 09.07.2019
Setzen sich für die Verkehrswende ein: Dirk Hans, Barbara Eßer-Leyding und SPD-Mann Henning Hofmann (von links). Quelle: Wilde
Hannover

Dass Deutschland eine Verkehrswende braucht, das ist sicher. Nur wie der Umbruch aussehen soll, darüber wird weiter eifrig gestritten. Eine Initiative aus dem Henriettenviertel in Groß-Buchholz macht sich für die Mobilitätswende in ihrem Wohnquartier stark und fordert eine Buslinie durch die Gehägestraße. Innerhalb weniger Wochen wurden mehr als 600 Unterschriften für eine Busanbindung gesammelt. Doch die engagierten Bürger scheitern bisher an der Region.

In dem Bezirk rund um das ehemalige englische Militärkrankenhaus leben rund 1800 Hannoveraner, mehr als 400 arbeiten zudem in dem Areal. Im Kindergarten, Hospiz, Restaurant, Geburtshaus, beim Steuerberater, Makler oder dem Cochlear Implant Centrum. Doch während das Viertel wächst und als sehr begehrt gilt, erweist sich die fehlende Busanbindung durch das Gehägeviertel zunehmend als Standortnachteil. „Die Erreichbarkeit durch die schlechte Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel ist sehr eingeschränkt. Vor allem für viele ältere Menschen, die hier leben oder als Patienten in unser Zentrum kommen, sind weite Fußwege zu den nächsten Bushaltestellen kaum zumutbar“, schildert Barbara Eßer-Leyding, Leiterin des Cochlear Implant Centrum, das Problem. Auch für Kinder, die auf weiterführende Schulen gehen, ergeben sich durch die schlechte Busanbindung mitunter lange Schulwege.

Leute brauchen Anreize, um auf das Auto zu verzichten

Dirk Hans lebt seit sieben Jahren mit seiner Frau in der Gehägestraße. Auch er ärgert sich über den öffentlichen Nahverkehr: „Wenn man zur nächsten Haltestelle minutenlang unterwegs ist, müssen sich die Verantwortlichen in der Politik nicht wundern, dass immer noch die meisten Menschen auf das Auto setzen oder ganz aus Quartieren wegziehen, so wie unsere Nachbarn. Die waren über 90 und fühlten sich hier ohne eine Buslinie nicht mobil genug. Sie leben nun in Kleefeld.“

Man müsse den Leuten schon Anreize geben, auf das Auto zu verzichten, sagt Hans: „Ohne attraktive Busverbindungen, ebenso wie sichere Radwege klappt das nicht. Eine Express-Buslinie durch den Wald bietet sich dafür regelrecht an.“ Auch Bezirksbürgermeister Henning Hofmann (SPD) macht sich für eine Buslinie an der Gehägestraße stark: „Damit würden wir das Quartier altersgerecht machen. Wir dürfen die Senioren nicht aus dem Blick verlieren, für sie ist Mobilität entscheidend für die gesellschaftliche Teilhabe. Aber auch zahlreiche Schüler, die nicht direkt hier wohnen, würden von einer Querverbindung profitieren.“

Region erteilt Forderung eine deutliche Absage

Auf Nachfrage bei der Region Hannover heißt es dazu: Mehrfach sei in der Vergangenheit eine Verbesserung der ÖPNV-Erschließung des Bereiches Gehägestraße geprüft worden. Das Ergebnis: „Der Bereich rund um die Gehägestraße ist allerdings gut mit Bus- und Stadtbahnlinien erschlossen. Eine neue Buslinie würde daher kaum neue Potenziale erschließen und wäre daher nicht wirtschaftlich umsetzbar“, so Sprecher Klaus Abelmann. Jede Erweiterung des Busnetzes würde „zusätzliche Personal- und Fahrzeugeinsätze notwendig machen“.

Abelmann: „Der Nutzen wäre zu gering.“ Und auch einem Extra-Schulbus für das Henriettenviertel erteilt die Region eine deutliche Absage. Dirk Hans sagt: „Natürlich kann man mit dem Argument der Unwirtschaftlichkeit alles abschmettern. Aber dann wird Hannover vermutlich nie die Verkehrswende schaffen. Dafür braucht es neue Akzente und die könnte man hier setzen.“

Von Britta Lüers

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