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Meine Stadt Hannover: Neubau nur für Obdachlose eingeweiht
Hannover Meine Stadt Hannover: Neubau nur für Obdachlose eingeweiht
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11:00 17.11.2019
Fast fertig: Das Haus wurde am Freitag eingeweiht. Quelle: Heusel
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Hannover

Die Wohnungsnot in Hannover ist bekanntlich groß. Insbesondere Menschen mit geringem Einkommen haben es schwer, eine günstige Wohnung zu finden. Doch wer bereits auf der Straße sitzt, hat kaum noch Chancen. In dieser Situation hat der Verein Jugendwerksiedlung in Misburg zur Selbsthilfe gegriffen und einen eigenen Neubau mit elf kleinen Wohnungen ausschließlich für Wohnungslose geschaffen.

Am Freitag war die offizielle Einweihung des Neubaus, der allerdings erst im Rohbau steht. Anfang Februar soll das Gebäude bezogen werden. Alle Wohnungen sind bereits vermietet, meist an Menschen, die bereits in der Jugendwerksiedlung leben, einer Übergangseinrichtung der Wohnungslosenhilfe.

Gegründet wurde der Verein 1953, ein Jahr später begann der Bau der ersten Häuser in der Siedlung in der Bollnäser Straße. Am 29. Januar 1956 wurde die Siedlung offiziell eingeweiht. Sie diente zunächst als Unterkunft für heimatlose und entwurzelte junge Menschen, wie es damals in der Nachkriegszeit hieß.

Vom Jugendheim zur Obdachloseneinrichtung

Doch Zeiten und Erfordernisse ändern sich. Seit 1972 wird die Jugendwerksiedlung als stationäre Resozialisierungseinrichtung der Wohnungslosenhilfe betrieben. Die Bewohner werden durch sozialpädagogisches Fachpersonal betreut und auf ein selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden vorbereitet. Nur sind diese eben heutzutage kaum zu bekommen. „In der Hackordnung des Wohnungsmarkts stehen Wohnungslose ganz weit unten“, weiß Anyka Tilly, Leiterin der Einrichtung.

„Der Neubau soll da eine kleine Abhilfe schaffen“, erklärte Willy Spettmann, der Aufsichtsratsvorsitzende des Vereins, bei der Einweihung. Etwa 1,3 Millionen Euro kostet der Neubau, der laut Tilly von Stadt und Region mit etwa 450.000 Euro unterstützt wurde. Verzögerungen bei der Baugenehmigung sorgten indes auch bei diesem Projekt für einen holprigen Start. Bereits im Januar 2017 sei der erste Spatenstich gewesen, dann aber habe es wegen einer Änderung der Baugenehmigung 16 Monate Stillstand gegeben, berichtete die Geschäftsführerin. Erst im Frühjahr dieses Jahres sei es weitergegangen.

Elf Ein-Zimmer-Wohnungen

Auf vier Etagen inklusive des Dachgeschosses entstehen elf Ein-Zimmer-Wohnungen mit jeweils 35 bis 49 Quadratmetern Wohnfläche. Unter dem Dach gibt es noch eine Ausbaureserve für zwei weiteren Wohnungen. Mit der Wohnraumvermittlung der Stadt habe man eine Verabredung treffen können, dass tatsächlich nur Wohnungslose dort einziehen können, betonte Tilly. Problematisch sei aber nach wie vor die Zwölf-Monats-Regel, nach der die Stadt Wohnraum nur an Menschen vermitteln würde, die mindestens zwölf Monate hier gemeldet seien. Was bei Obdachlosen oft nicht der Fall ist.

Die Mieten, die bei den Hartz-IV-Empfängern vom Jobcenter getragen werden, dürfen 5,60 Euro pro Quadratmeter nicht übersteigen und sind für drei Jahre fest. Verdienen könne man bei den Investitionen daran nichts, sagte Tilly. Aber das will man ja auch gar nicht. „Wir wollen aber ein Zeichen setzen.“

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Von Andreas Krasselt

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