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Meine Stadt Hannover: Mühsame Suche nach Ursache für Blackout
Hannover Meine Stadt Hannover: Mühsame Suche nach Ursache für Blackout
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16:12 15.07.2011
Der Monitor zeigt: 0 Volt im Netz Quelle: dpa
Hannover

Zur Verhinderung erneuter Probleme nach dem Stromausfall in Hannover haben die Stadtwerke die verantwortliche Umspannstation zunächst nicht mit voller Last anlaufen lassen. Die Stromeinspeisung sei auf mehrere Punkte verteilt worden, teilte ein Sprecher der Stadtwerke am Freitag mit. Es könne bis zu 20 Tage dauern, bis der Auslöser für die Doppel-Panne in der Umspannstation und einem Kraftwerk ermittelt sei. Tausende Daten müssten ausgewertet werden. Der Ausfall in der Nacht zum Donnerstag hatte fast 600 000 Menschen und etliche Industriebetriebe getroffen. Nach rund zwei Stunden war die Versorgung wieder hergestellt.

Der Schaden durch den Stromausfall bei den Stadtwerken und ihren Kunden lasse sich noch nicht beziffern, meinte der Sprecher. Haften müssten die Stadtwerke nur bei grob fahrlässig oder schuldhaft ausgelösten Defekten. Ansprüche prüfe die Rechtsabteilung. Der Bund der Energieversorger ermunterte Kunden, sich an den Versorger zu wenden. "Die Gesetzeslage hat sich verbessert, so dass Verbrauchern geraten werden kann, ihre Schäden zu beziffern und dem örtlichen Versorger in Rechnung zu stellen", sagte der Vorsitzende Aribert Peters. Logischerweise zahle der Versorger nur Schäden, die nachweislich durch den Stromausfall entstanden seien. Trotz des Blackouts in Hannover sei Deutschland Europameister bei der Zuverlässigkeit der Stromnetze, erklärte der Chef des Forums Netztechnik/Netzbetrieb im Verband der Elektrotechnik (VDE), Ludger Meier. Die Stromversorgung stand den Verbrauchern 2009 mit einer Zuverlässigkeit von 99,99 Prozent der Zeit zur Verfügung. Die durch Störungen verursachte Dauer von Stromausfällen lag bei durchschnittlich 15,7 Minuten. Damit lag Deutschland deutlich vor Österreich (37 Minuten), Italien (51 Minuten) und Frankreich (66 Minuten). dpa