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Meine Stadt Lange Wege, unübersichtliches Gebäude: Mitarbeiter der Stadt klagen über neues Service-Center
Hannover Meine Stadt Lange Wege, unübersichtliches Gebäude: Mitarbeiter der Stadt klagen über neues Service-Center
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07:34 07.10.2019
Hannover: Blick ins neue Verwaltungsgebäude der Stadt am Schützenplatz. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Es läuft nicht rund im neuen Verwaltungsbau der Stadt am Schützenplatz. Wurden jüngst erst von den Grünen die geplanten aber nun fehlenden Bäume angemahnt, von Besuchern die langen Wartezeiten auf Termine wegen des herrschenden Personalmangels kritisiert, sind es nun die Mitarbeiter selbst, die mit dem Neubau unzufrieden sind. Auch wegen der langen Flure und mangelnder Ausschilderung.

Versprochen hatte sich die Verwaltung von dem rund 200 Meter langen Gebäudekomplex, in dem mehrere Behörden wie die Zulassungsstelle, das Standesamt und die Ausländerbehörde untergebracht sind, kurze Wege und beschleunigte Verfahren für die Bürger. Die aber offenbar in den lang gestreckten Fluren und Querfluren leicht die Orientierung verlieren. Bei den vielen Buchstabenbezeichnungen und Kennziffern an den Hinweistafeln verliert man leicht den Überblick.

Lange Wege eben auch für die Beschäftigten, auch wenn sie nach dem Umzug noch nach Akten suchen müssen, die nicht so leicht zu finden sind. Es soll schon beobachtet worden sein, dass Mitarbeiter mit dem Tretroller durch die Gänge rollten. „Das habe ich zwar noch nicht gesehen“, sagt Dirk Janßen, stellvertretender Vorsitzender des Gesamtpersonalrats, „das wäre aber vielleicht eine gute Maßnahme. Verbotsschilder hängen da zumindest noch nicht.“

Mitarbeiter werden bei der Arbeit unterbrochen

Es ist aber weniger die Transporttechnik, die ihm Sorgen bereitet, als vielmehr die Beschilderung. „Es mangelt an Wegweisern. Die Leute machen immer wieder irgendwelche Türen auf und fragen, wo sie denn eigentlich hin müssten.“ Nur das hinter diesen Türen Mitarbeiter sitzen, die so ständig bei der Arbeit unterbrochen würden.

Auch die Zusammenlegung mehrerer Behörden in einem Gebäude sei nicht unproblematisch, zumal dieses Gebäude eben sehr unübersichtlich gestaltet sei. „Es passiert, dass jemand eine Nummer bei der KfZ-Zulassungsstelle zieht, obwohl er zur Ausländerbehörde will.“ Ein weiteres Problem sieht Janßen darin, dass der Behördenbau ständig geöffnet ist. Früher hätten die Dienstgebäude einen klaren Fachbezug gehabt. „Jetzt sind alle zusammen in einem Gebäude, aber die Öffnungszeiten wurden nicht harmonisiert.“ Wenn etwa das Standesamt geschlossen habe, sehen die Besucher aber Kollegen in anderen Abteilungen an der Arbeit. „Dann denken sie, sie könnten doch auch bedient werden. Wir brauchen aber neben den Öffnungszeiten auch Zeiten zum Bearbeiten.“

Personalrat fürchtet Domino-Effekt

Aus Sicht der Personalvertretung sind dies etliche zusätzliche Belastungsmomente für die ohnehin schon am Rande der Belastungsgrenzen arbeitenden Beschäftigten. Es gebe zwar eine Dienstverarbeitung über den Umgang mit Überlastungsanzeigen, aber die Bearbeitung laufe schleppend und führe nicht immer zu guten Ergebnissen. „Das führt dann zu einem Domino-Effekt“, warnt Janßen. „Die Leute, die noch da sind, werden auch krank.“

Seit dem Umzug in das neue Service-Center, wie das Gebäude offiziell heißt, habe sich die Situation eben weiter verschärft. „Das trägt natürlich auch nicht zum Image der Stadt als Arbeitgeber bei“, sagt Janßen. Was wiederum zu weiter steigender Fluktuation unter den Mitarbeitern führen könne, obwohl bereits jetzt etliche Stellen unbesetzt seien. Der Personalrat will im Gespräch mit der Stadtverwaltung nach Lösungen suchen. Eine hätte Janßen bereits parat: „Wir müssten mal ein paar Tage schließen“, meint er. Nur so ließe sich der Bearbeitungsstau auflösen.

Stadt prüft Optimierungsmöglichkeiten

Grundsätzlich erfordere das Gebäude natürlich eine Eingewöhnungszeit für Besucher und Mitarbeiter, räumt Stadtsprecher Udo Möller ein. „Verbesserungen und Nacharbeiten, die sich im praktischen Betrieb als erforderlich erweisen – ob extern oder intern angeregt – können jederzeit umgesetzt werden.“ Bislang würde das Empfangssystem im Foyer des Haupteingangs aber auch von den Kunden gut angenommen.

„Aktuell prüfen wir Optimierungen, zum Beispiel beim Eingang B“, so Möller weiter. „Dort befindet sich kein Empfangs- oder Informationsbereich. Hier sind offensichtlich ergänzende Informationen für Kunden notwendig.“ Teilweise sei die Ausschilderung in diesem Bereich bereits überarbeitet worden. In Kürze würde noch einmal eine Nachschau mit dem Architekten erfolgen, ob eventuell weitere Anpassungen sinnvoll wären. „Anregungen und Wünsche der Mitarbeitenden werden wir intern besprechen.“

Von Andreas Krasselt

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