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Meine Stadt Hannover: Mary Roos begeistert im Theater am Aegi
Hannover Meine Stadt Hannover: Mary Roos begeistert im Theater am Aegi
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00:19 02.05.2019
Energiebündel: Mary Roos hat ihr Publikum im Theater am Aegi gut im Griff. Quelle: Villegas
Hannover

Es soll ein „unvernünftiger Abend“ mit Mary Roos und ihrer Band werden. 1050 Fans sind in das Theater am Aegi gekommen, die Stimmung ist prächtig, Generations- und Geschlechterübergreifend noch dazu.

Im schwarzweißen Kostüm kommt Mary Roos die kleine Bühnentreppe hinunter gelaufen und nimmt erstmal einen Witz auf ihre Kosten: „Sie haben sicher gedacht: Schafft sie es noch die Treppe runter?“. Dabei ist sie, ganz im im Gegenteil, offenbar topfit Die 70-Jährige macht einen starken Eindruck: „Andere gehen in Rente, ich gehe auf Tour“. Auf Abschiedstour, wie sie allerdings betont.

Zeitreise durch ihre Karriere

Ihre Show wird eine Zeitreise durch die Jahrzehnte ihrer Karriere. Sie beginnt in den 60er Jahren mit „Liebeskummer lohnt sich nicht“ und „Schuld war nur der Bossa Nova“, und endet bei ihrem aktuellen Album „Abenteuer Unvernunft“. Die sieben ausgezeichneten Musiker und Background-Sängerinnen begleiten sie durch ihre Klassiker sowie dem leichtem Schlager-Jazz.

Der Grande Dame des deutschen Schlagers gelingen auch live noch alle Stilmittel, sie singt sauber und gut. Bei „Wo sind all die vielen Jahre hin“, ist sie ein wenig wehmütig, dazu kommentieren Fotos und Filme auf einer Leinwand die „guten, alten Zeiten“: von der ZDF-Hitparade hin zum Eurovision Song Contest, 1972 erreichte sie dort einen dritten Platz.

Tief beeindruckt vom „Tauschkonzert“

Doch Mary Roos lebt und arbeitet auch in der Gegenwart. „Sing meinen Song - Das Tauschkonzert“ hat sie tief beeindruckt, immer wieder erzählt sie von dem Musikerlebnis in Südafrika, es ist vielleicht die Krönung ihrer Kunst. Sie singt „Bitte gib mir nur ein Wort“ von Wir Sind Helden, und mit Mark Forster, dem Gastgeber der Show, ein „virtuelles“ Duett – „Nur die Liebe lässt uns leben“. Ein Elektro-Part unterbricht die Schlager-Einheitlichkeiten in „Am Anfang der besten Geschichten“; Mary präsentiert ihre Show inzwischen im Paillettenkleid, „Es wird warm“, gesteht sie.

Die Video-Filme beweisen es zudem, Mary Roos hat jeden Quatsch mitgemacht, und macht ihn immer noch: Ein Fan wird von ihr auf die Bühne entführt, ein hautenger Tanz folgt, sie wollte ja unvernünftig sein: „Leute, ich bin außer Rand und Band!“, ruft sie euphorisch aus.

Die Zuschauer werden gut unterhalten, bedanken sich mit Blumengeschenken und viel Freude für ihr 90-Minuten-Programm. Bei „Rücksicht“ und „Aufrecht gehen“ gibt es stehende Ovationen, Mary Roos ist gerührt. Und nach Johannes Oerdings „Einzigartig“ und „Aux Champs-Élysées“ verlässt die Schlagerikone das Theater.

Von Kai Schiering

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