Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Mann schlägt zwölfjährigen Jungen bewusstlos
Hannover Meine Stadt Mann schlägt zwölfjährigen Jungen bewusstlos
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:16 30.01.2019
Quelle: Die Polizei ermittelt.
Anzeige
Hannover

Der Zwölfjährige war mit drei Freunden (elf, elf und zwölf Jahre alt) an der Haltestelle Stresemannallee im hinteren Bereich des Gelenkbusses eingestiegen und in Richtung Wallensteinstraße gefahren. Die Jungen unterhielten sich im weiteren Verlauf offenbar lautstark, sodass sich der Unbekannte gestört fühlte. Das war gegen 14.40 Uhr. Der Mann wurde laut Polizei den Jungen gegenüber sofort aggressiv und forderte den Zwölfjährigen auf, an der Haltestelle Hauptbahnhof auszusteigen, um sich dort mit ihm „zu prügeln“. Das minderjährige Opfer ging darauf jedoch nicht ein.

An der Haltestelle Hauptbahnhof stieg der Unbekannte aus dem Bus aus, lehnte sich jedoch noch einmal ins Fahrzeug und verpasste dem Jungen eine heftige Backpfeife. Der Zwölfjährige prallte durch die Wucht gegen eine Glasscheibe, fiel anschließend bewusstlos auf den Nachbarsitz und kam glücklicherweise nach kurzer Zeit wieder zu sich. Sein Angreifer, der in Begleitung einer jungen Frau mit Kinderwagen war, flüchtete währenddessen vom Tatort. Die Minderjährigen riefen daraufhin die Polizei. Der Junge musste seine leichten Verletzungen zudem ambulant in einer Klinik behandeln lassen.

Polizei sucht Zeugen

Der Busfahrer hatte von den Vorfällen nichts mitbekommen. Auch von weiteren Passagieren weiß die Polizei nichts. Dazwischen gegangen sei nach bisherigen Informationen niemand. Diese stützen sich allerdings allein auf die Aussagen der Minderjährigen. „Der Täter ist demnach zwischen 25 und 30 Jahre alt, etwa 1,85 Meter groß und von südländischer Erscheinung“, beschreibt Polizeisprecher Philipp Hasse. „Er hatte dunkle, mittellange Harre und einen Bartansatz.“ Bei der Tat trug der Schläger eine schwarze Jacke, eine hellblaue Jeans und Lederstiefel. Zudem hatte er ein Piercing im linken Nasenflügel sowie eine Tätowierung auf dem rechten Handrücken. Zeugen werden gebeten, Kontakt zur Polizeiinspektion Mitte unter der Rufnummer 0511 / 109 28 20 aufzunehmen.

Busse sind video-überwacht

Darüber hinaus hat die Polizei die Videoaufnahmen aus dem Bus gesichert und wertet diese derzeit aus. „Alle unsere Busse sind mit Videoaufnahmen ausgestattet, um sie in solchen Fällen Ermittlungsbehörden zur Verfügung zu stellen“, erklärt Üstra-Sprecher Udo Iwannek.

Zu Auseinandersetzungen zwischen Passagieren oder gegen den Fahrer komme es etwa zehn bis zwanzig Mal im Monat. „Das hört sich viel an. Allerdings befördern wir 450 000 Menschen pro Tag. Daran gemessen ist es wiederum sehr selten“, sagt der Üstra-Sprecher.

Busfahrer sollen nicht dazwischen gehen

Busfahrer haben keine besonder Ausbildung für Auseinandersetzungen. „Sie sollen sofort die Betriebsleitstelle anzurufen, wenn sie etwas bemerken. Dort sitzen die Profis, die dem Fahrer sagen, wie er sich verhalten soll und bei Bedarf auch die Polizei oder Protec rufen“, so Iwannek. Er betont: „Der Fahrer selbst ist aber angehalten, sich nicht einzumischen. Das würde nicht zur Deeskalation beitragen.“ Zur Hilfeleistung in Notlagen sind die Fahrer allerdings verpflichtet – „so wie jeder Mensch.“

Von Simon Polreich