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Meine Stadt Kulturhauptstadt der Champignons?
Hannover Meine Stadt Kulturhauptstadt der Champignons?
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00:22 20.10.2018
Volles Haus: In der Eisfabrik präsentierten neun lokale Gruppen ihre Ideen zur Kulturhauptstadt. Die Grünen hatten eingeladen. Quelle: Wilde
Hannover

Die Kulturhauptstadt Hannover im Jahr 2025 soll mehr sein als Kunst, Theater und Musik. Sie soll auch das Stadtbild sichtbar verändern. Auf der Suche nach „Orten der Utopie“ hatten die Grünen deshalb am Dienstagabend neun lokale Initiativen in die Eisfabrik in der Südstadt eingeladen. Sie hatten vor vollen Rängen jeweils fünf Minuten Zeit, ihre Ideen zu präsentieren. Einige davon hatten es in sich.

Kulturhauptstadt müsse auch „wehtun“, hatte am selben Tag in Berlin die österreichische Architekturprofessorin Elisabeth Leitner gefordert. Dazu passte, was Kendra Busche in der Eisfabrik vorstellte. Sie engagiert sich in der Initiative „Hannover Voids“ und schlug vor, doch einfach mal „eine Woche die autofreie Stadt auszuprobieren“, nicht nur an einem Sonntag im Jahr.

Pilze im Bunker und Après-Ski in Limmer

Oder testweise ein ganzes Jahr eine Fahrspur einer größeren Straße zu sperren, „und zu schauen, was passiert“. Mehr „Kreativität und Experimentierfreude“ wünscht sie sich. Dafür müsse auch Geld bereitgestellt werden. „Wir fordern einen Bürgerpott, der ordentlich voll ist“, sagte Busche.

Weitere Ideen von „Hannover Voids“: „Die größte Champignon-Zucht Europas!“ Wachsen könnten die Pilze in Bunkern und Tunnelstationen. Oder aber eine Après-Ski-Party auf einem Hügel in Limmer.

Kleinsthäuser in Burg und keine getrennten Klos mehr

Der Verein „Transition Town“ will nicht weniger als „die größte Tiny House-Siedlung Europas“. Tiny-Häuser sind Kleinsthäuser, die auf nur wenigen Quadratmetern alles bieten sollen, was Menschen in einer Wohnung benötigen. Verwirklichen will „Transition Town“ das Projekt auf Kleingartenflächen im Stadtteil Burg. Die angrenzende Paul-Dohrmann-Schule will der Verein zu einer „Schule der Genügsamkeit“ umbauen, in der gelehrt werden soll, wie man sein Leben mit weniger Konsum und Energieverbrauch gestalten kann. „Bis 2025 ist das fertig“, glaubt Thomas Köhler, vom „Transition Town“-Vorstand.

Mit mutigen Forderungen ging auch die Initiative „Andersraum“ an den Start, die sich für Schwule, Lesben und Menschen engagiert, die sich weder als Mann noch als Frau sehen. „Getrennte Klos schließen Leute aus“, kritisierte Cora Weiler, die den Verein aus der Nordstadt vertrat. Sie sollen deshalb abgeschafft werden. Es sei doch „ohnehin praktischer, wenn alle da gehen, wo frei ist“, fand sie.

Stadtteilgärten: Gemüse an- und Vorurteile abbauen

„2025 hat jeder soziale Brennpunkt einen internationalen Stadtteilgarten“, forderte Eberhard Irion, der den Verein „Internationale Stadtteilgärten“ vertrat. Beim Gärtnern und Austausch darüber sollen Hindernisse zwischen den Kulturen abgebaut werden. „Gemüse an- und Vorurteile abbauen“ – so stellt sich Irion das vor. „Kulturhauptstadt muss schmecken“, fand er.

Die Theatergruppe „Agentur für Weltverbesserung“ will die „Trennung zwischen Bühne und Publikum einreißen“ und brisante Themen an ungewöhnlichen Orten aufgreifen, direkt auf der Straße, in Geschäften – überall. Die „Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum“ schlägt vor, in der Lindener Immobilie kreatives Gewerbe produzieren zu lassen.

„Viel Power auf den Punkt gebracht“ hätten die Initiativen, lobte Daniel Gardemin, der kulturpolitische Sprecher der Grünen. Kultur habe „viel mit Stadtentwicklung“ zu tun. „Ich hätte mir gewünscht, dass der Baudezernent hier gewesen wäre. Er hätte viel lernen können“, so Gardemin.

Von Christian Bohnenkamp

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