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Meine Stadt Radfahrer tot: Lkw-Fahrer nach zwei Jahren vor Gericht
Hannover Meine Stadt Radfahrer tot: Lkw-Fahrer nach zwei Jahren vor Gericht
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13:04 17.04.2019
DAS UNFALLOPFER: Thorsten K. mit seinem Sohn Robin (damals neun Jahre). Quelle: Thomas Nagel
HANNOVER

 Mehr als zwei Jahre ist der tödliche Unfall an der Hamburger Allee/Ecke Lister Meile her. Und der Prozess gegen Lkw-Fahrer Norbert K. (65) hat am Mittwoch noch immer kein Ende gefunden. Weil wichtige Zeugen fehlten, wird die Verhandlung am 30. April fortgesetzt.

Plädoyer für Abbiege-Assistenten

„Dieser Prozess ist ein Plädoyer für den Abbiege-Assistenten“, sagt Anwalt Matthias Doehring. Er vertritt den Sohn (11) des Unfallopfers Thorsten K. (48). Am 22. März 2017 wollte der Angeklagte mit seinem Lkw zur Baustelle auf dem ZOB abbiegen. Er kam aus Richtung Celler Straße. Dabei hätte er sehen müssen, dass der Radfahrer Vorfahrt hatte, befand ein Gutachter.

Prozess wegen fahrlässiger Tötung

Also begann am Mittwoch die Verhandlung wegen fahrlässiger Tötung. „Ich weiß nicht, woher der Radfahrer gekommen ist“, sagte der Lkw-Fahrer. Es tue ihm unendlich leid. Doch genau daran, hat Anwalt Doehring seine Zweifel. „Sie haben sich nicht um die Familie des Unfallopfers und Wiedergutmachung gekümmert. Aber sie haben einen Entlastungszeugen besorgt“, meinte der Anwalt.

In der Tat hatte der Angeklagte einen Zeugen genannt, der den Unfall gesehen haben wollte. Der Zeuge habe davon gesprochen, dass der Radfahrer „ganz schön angerast gekommen“ sei. Bei der Polizei sagte der Mann aber aus, dass er zum Unfallhergang nichts sagen könne. Zu der fehlenden Entschuldigung bei den Hinterbliebenen meinte Norbert K.: „Ich hatte keine Adresse. Sonst hätte ich mich entschuldigt.“

Kraftfahrer leidet noch heute unter dem Unfall

Der Angeklagte erklärte, dass er seit 1971 ein tadelloser Kraftfahrer sei. Der Unfall passierte einen Monat vor seinem Ruhestand. Nach heute leide er körperlich und seelisch unter dem Unfall.

Ein Augenzeuge (38) im Amtsgericht: „Der Lkw fuhr Schrittgeschwindigkeit.“ Zuvor habe der Radfahrer auf die Ladefläche geklopft. Er sei wohl sauer auf den Angeklagten gewesen. Und natürlich habe er damit auch auf sich aufmerksam gemacht. Mit welchem Tempo, der Radler unterwegs gewesen sei, könne er nicht sagen.

Anwältin entsetzt über Verfahrensdauer

Der Angeklagte hatte zuvor gesagt, dass er kein Radfahrschild gesehen habe. Auch habe er nicht bemerkt, dass hinter ihm ein Auto an der Ampel stand. Für Anwältin Alexandra Klar-Lützel (vertritt die Mutter) ist somit klar: „Der Angeklagte hat nicht in den Rückspiegel geschaut.“ Sie ist entsetzt darüber, dass das Verfahren mehr als zwei Jahre gedauert habe. „So etwas habe ich bislang erst sehr selten erlebt.“

Von Thomas Nagel

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