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Meine Stadt Radfahrer überrollt: Zeuge belastet Lkw-Fahrer
Hannover Meine Stadt Radfahrer überrollt: Zeuge belastet Lkw-Fahrer
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19:09 30.04.2019
Bilder vom Unfallort am 22. März 2017. Quelle: Elsner
Hannover

 War der 65-jährige Lkw-Fahrer Norbert K. zu unaufmerksam in die Lister Meile eingebogen und hatte somit den Tod eines 48-jährigen Radfahrers vor mehr als zwei Jahren fahrlässig verursacht? Dieser Frage will das Amtsgericht weiter nachgehen. Zu einem Urteil kam es auch während der Verhandlung am Dienstag nicht. Richterin Sabine Mzee will zunächst noch mehr Licht ins Dunkel bringen und weitere Zeugen hören.

Mit Lichthupe gedrängelt

Kein gutes Licht auf Norbert K. warf am Dienstag jedoch die Aussage eines Autofahrers, der eine Zeit lang neben dem Lkw auf der Vahrenwalder Straße und der Hamburger Allee unterwegs war, bevor es zum Unfall kam. „Der Fahrer fuhr recht zackig, drängelte, gab Lichthupe und wechselte ständig die Spur“, so der Zeuge vor Gericht. An der Ampelkreuzung zum südlichen Teil der Lister Meile, wo es am 22. März 2017 zu dem tödlichen Unfall kam, sei der Lkw „relativ zügig“ angefahren und ohne erneut zu halten rechts abgebogen sein.

Dabei übersah der 65-Jährige den Radfahrer Torsten K.. Dieser war gerade im Begriff auf dem Radweg die Ampel geradeaus zu überqueren, versuchte noch verzweifelt mit Hand und Fuß zu bremsen, so der Zeuge weiter. Der Auflieger des Lkw habe den Winkel aber beim Abbiegen derart verkürzt, dass dieser das Fahrrad herunterdrückte und mit ihm den 48-Jährigen. Dann seien die Reifen über Rumpf und Kopf des Mannes gerollt. „Die Bilder von damals sind immer noch sehr präsent“, so der Zeuge.

Grausame Bilder

Weniger genau war dagegen die Erinnerung an ein Detail: Der Polizei hatte der Zeuge bei der Vernehmung vor zwei Jahren geschildert, Opfer Thorsten K. habe noch versucht nach rechts auszuweichen, vor Gericht glaubte der Mann nun, er habe im letzten Moment noch nach links eingelenkt.

Offenbar um jeglichen Zweifel auszuschließen, will Amtsrichterin Mzee weitere Zeugen aufrufen. Die Verhandlung soll am 10. Mai fortgesetzt werden. Auch ein Sachverständiger soll dann noch gehört werden. Wann es zu einem Urteil kommt, ist noch unklar.

Von Simon Polreich

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