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Meine Stadt Letzte Tarifrunde: Aktive Mittagspause bei Diakovere
Hannover Meine Stadt Letzte Tarifrunde: Aktive Mittagspause bei Diakovere
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15:36 15.04.2019
Quelle: Christian Behrens
Hannover

So langsam wie eine Schnecke laufen aus der Sicht der Arbeitnehmer die Tarifverhandlungen zwischen der Diakovere GmbH und dem Tarifbündnis aus Verdi und Marburger Bund. Das sind die Diakovere-Beschäftigten langsam satt. Mit leicht ironischem Hintergedanken aßen sie in ihrer aktiven Mittagspause am Montag vor den Diakovere-Kliniken Zimtschnecken – um auf das Schneckentempo ihres Arbeitgebers aufmerksam zu machen.

Ein bisschen diente das süße Gebäck auch als Nervennahrung. Denn bereits im November hatten die Gewerkschaften einen Forderungskatalog beim Arbeitgeber abgegeben. Erst im Februar hatte es darauf „ein komplett verfehltes Angebot“ von der Diakovere gegeben, wie Uwe Demitz (60) es nennt.

Eine Verzögerungstaktik?

Der 60-Jährige ist Krankenpfleger auf einer Intensivstation und Mitglied der Verdi-Verhandlungsrunde. Er ärgert sich, dass die Diakovere-Mitarbeiter dem öffentlichen Dienst hinterher hängen. Denn dort sind die Tarifverhandlungen bereits abgeschlossen, die Mitarbeiter der MHH bekommen teilweise acht Prozent mehr Gehalt. Die Diakovere hingegen möchte die Einigung weiter hinauszögern, so scheint es Demitz. Erst für Juli wurde eine erste lineare Entgeltsteigerung angeboten.

„Ich weiß nicht, ob das eine Verzögerungstaktik sein soll“, sagt Annette Klausing (53), die die Verhandlungen führt. Sie sei viele Einigungsprobleme gewohnt, aber dieser Tarifrunde sei doch sehr ungewöhnlich. „Dass man in den Verhandlungen Schleifen dreht, ist normal. Aber immer wieder bei Null anzufangen, ist nicht normal.“

Letzte Chance auf Einigung

Am Mittwoch findet eine erneute Tarifrunde statt – mit letzter Chance auf Einigung. Es ist die sechste Tarifrunde. Scheitert auch die, wird die Schlichtung angerufen. Danach könnte ein unbefristeter Streik drohen.

Das Personal wünscht sich ein schnelles Ergebnis. „Die Arbeitsmotivation leidet. Viele Kollegen kündigen, die Arbeitsbelastung wird immer höher, eine Station muss komplett schließen“, sagt Krankenschwester Susanne Flada (49). „Und es schleichen sich natürlich Pflegefehler ein.“ Flada hofft nun, dass die aktive Mittagspause vor dem Friederikenstift, Annastift, Henriettenstift, in Kirchrode und Mittelfeld genug Symbolkraft hatte, um am Mittwoch Erfolge zu bringen.

Von Josina Kelz

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