Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Hannover: Landessynode gibt klares Zeichen gegen Rechts
Hannover Meine Stadt Hannover: Landessynode gibt klares Zeichen gegen Rechts
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:28 16.05.2019
Landesbischof Ralf Meister Quelle: dpa
Hannover

In Zeiten, in denen die freiheitlich-demokratische Grundordnung von populistischen Kreisen zunehmend infrage gestellt wird, hält es die Landeskirche Hannover für wichtig, klare Zeichen zu setzen. Daher hat sie als erste Landeskirche Deutschlands in ihrer neuen Verfassung das Bekenntnis zum Rechtsstaat und zur Ordnung des Grundgesetzes festgeschrieben. Diese neue, zum 1. Januar 2020 in Kraft tretende Verfassung wurde am Donnerstag von der in Hannover tagenden 25. Landessynode einstimmig verabschiedet.

„Ein starkes Zeichen“, betonte der Präsident der Landessynode, Dr. Matthias Kannegießer, nicht nur wegen des einstimmigen Beschlusses. „Er zeigt auch inhaltlich das, was wir immer schon waren: offen, einladend und zukunftsfähig.“ Viel Optimismus angesichts immer stärker zurückgehender Mitgliederzahlen. Bis 2060 soll sich laut einer Freiburger Studie die Zahl der Mitglieder der hannoverschen Landeskirche auf 1,2 Millionen mehr als halbiert haben.

Mehr Wagnis und Risikomut gefordert

Landesbischof Ralf Meister forderte daher auch mehr Wagnis und Risikomut, Traditionen selbstkritisch zu reflektieren und offen für Innovationen zu sein. Mit der neuen Verfassung sei die Struktur für eine neue Offenheit vorgegeben, auch im Dialog mit anderen Religionen und Glaubensgemeinschaften, so Kannegießer. „Die muss nur mit Leben gefüllt werden, durch die Menschen vor Ort.“

Auch wenn die Landeskirche als öffentliche Körperschaft schon immer auf dem Boden des Grundgesetzes gestanden habe, sei das nun formulierte klare Bekenntnis vor dem Hintergrund der Entwicklung der Kirche nicht selbstverständlich, erklärte Rolf Bade, Vorsitzender der Synodalgruppe „Offene Kirche“. Gerade in den Anfangsjahren der Bundesrepublik habe sich die Kirche etwas schwer damit getan. „Jetzt aber sind wir in einer Zeit, in der dieser Staat populistisch infrage gestellt wird. Da müssen wir uns klar positionieren.“

Auch eine zweite Ergänzung der Verfassung soll rechtsradikalen Tendenzen in der Gesellschaft etwas entgegenhalten: Ein Zusatz besagt, das die Landeskirche jeder Form von Judenfeindlichkeit und Antisemitismus entgegentritt. Weitere Neuerungen sind, dass künftig mindestens vier der 80 Mitglieder der Landessynode unter 27 Jahre alt sein müssen und das eine christliche Gemeinschaft nicht mehr strikt an die Ortsgemeinde geknüpft ist.

Kirchliche Trauung von homosexuellen Paaren

Doch auch jenseits der Verfassungsänderung gibt es wesentliche Veränderungen. Ab sofort sind kirchliche Trauungen von gleichgeschlechtlichen Paaren möglich. Bisher waren nur Segnungen erlaubt. Für Landesbischof Meister ein zwar nur marginaler Unterschied, dessen symbolische Kraft für die Betroffenen aber schwer wiegen dürfte. Bade sieht auch hierin einen „Meilenstein“, zumal auch in dieser Frage in der Landessynode völlige Übereinstimmung geherrscht habe.

Auch in Sachen Klimaschutz will die Landeskirche künftig ihre bislang eher zurückhaltende Haltung aufgeben – offenbar aufgerüttelt auch von der Jugendbewegung, die in den Schülerprotesten „Fridays for Future“ zum Ausdruck kommen. Zwei junge Aktivistinnen der Bewegung beeindruckten die Versammlung mit ihrem Auftritt. Paula Seidensticker (18) und Lisa Steinwandel (21) forderten die Landeskirche dazu auf, sich mehr als bisher aktiv für den Klimaschutz zu engagieren. Wobei sie offene Ohren fanden. „Kirche hat eine Verantwortung für die Schöpfung“, betonte etwa Dr. Stephanie Springer, Präsidentin des Landeskirchenamtes, die „Weltverantwortung“ der Christen. Und Rolf Bade merkte an: „Die beiden haben uns mit einer sehr theologischen Argumentation gepackt.“

Von Andreas Krasselt

Wie ist Gisela W. aus der Südstadt gestorben? Die Ermittler tappen weiterhin im Dunkeln, schließen ein Gewaltverbrechen aber nicht aus. Mit 45 neuen Plakaten wurde nun die Suche nach Zeugen ausgeweitet.

16.05.2019

Mit einem verbotenen Butterflymesser im Handgepäck wollte ein 79-Jähriger von Hannover nach Pristina fliegen. Bei der Sicherheitskontrolle war Endstation für den bewaffneten Senior.

16.05.2019

Heute wird die Amtszeit von Oberbürgermeister Stefan Schostok vorzeitig enden: Der Rat der Stadt entscheidet ab 17 Uhr über seinen Antrag auf vorzeitigen Ruhestand. Wie läuft das ab? Fragen und Antworten zum Thema.

16.05.2019