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Meine Stadt Hannover: Kinder lernen Landwirtschaft
Hannover Meine Stadt Hannover: Kinder lernen Landwirtschaft
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18:34 28.05.2019
Neue Welten: Mitja (links) und Hanna (rechts) hören interessiert Hofbesitzerin Louisa Backhaus zu.
Neue Welten: Mitja (links) und Hanna (rechts) hören interessiert Hofbesitzerin Louisa Backhaus zu. Quelle: Behrens
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Sie können Schafe und Ziege nicht unterscheiden, manche denken sogar, dass Kühe wirklich lila sind. Wissen nicht, wo unsere Lebensmittel herkommen, wie Butter entsteht und welche Bedeutung Bauernhöfe für unser tägliches Leben haben. Das Projekt „Lernort Bauernhof – Kinder entdecken Landwirtschaft“ soll diese Wissenslücken bei Grundschülern schließen. Auf dem Hof Backhaus in Plumhof (Wedemark) feierte das umweltpädagogische Projekt der Region Hannover am Dienstag Auftakt.

Staunend vor dem Kuhstall

Staunend stehen Hanna (8) und der gleichaltrige Mitja am Eingang des modernen meterhohen Stallgebäudes, dessen Dach mit Solarzellen gedeckt ist. Diese versorgen mehr als 1000 Haushalte im Ort mit Strom. Links und rechts des Ganges stehen die Kühe brav nebeneinander, recken ihre Köpfe durch das Gitter, um mit ihren rauen Zungen das Futter aufzulecken. Insgesamt gehören 600 Kühe zum Hof der Familie Backhaus. „So viele Kühe habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen“, sagt Mitja. Klassenkamerad Antony (9) greift unterdessen beherzt in den Futterberg, streckt den Tieren die kraftvolle Mischung entgegen: „Ich habe ja keine Angst vor Kühen. Früher war ich oft mit meinem Opa auf einem Bauernhof.“ Zusammen mit seiner zweiten Klasse der Wunstorfer Oststadtschule verbringt der Junge drei Tage auf dem Bauernhof.

„Auf einem Bauernhof können Schüler mit allen Sinnen lernen: Es kann gerochen, gehört, gefühlt und ausprobiert werden“, erklärt Sonja Papenfuß, Leiterin des Fachbereichs Umwelt der Region, das Konzept. Nicht nur für Stadtkinder sei das eine wichtige Erfahrung, so Papenfuß: „Das Thema Bauernhof sollte Teil jeder Bildungsbiografie gehören. Weil es nicht nur das Umweltbewusstsein fördert, sondern den Schülern vermittelt, wo Nahrungsmittel ihren Ursprung haben.“

Schüler lernen mit allen Sinnen

Das ist auch das Anliegen von Bauernhof-Erbin Louisa Backhaus. Der Hof ihrer Familie, der erstmals 1684 erwähnt wurde, ist einer der außerschulischen Lernorte des Projekts. „Ich hoffe, dass die Kinder bei uns lernen, dass die Milch eben nicht im Supermarkt produziert wird, sondern das sie das Produkt von Kühen ist. Und dass es ohne die Arbeit von Landwirten auch viele andere Lebensmittel nicht geben würde.“ Grundschüler Antony weiß das längst: „Bauernhöfe sorgen für Milch und Essen. Aber ich wusste bis jetzt gar nicht, dass hier auch Gas und Strom produziert wird.“

Von Britta Lüers