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Meine Stadt Stadt: Weg mit den Waschbecken in Klassenräumen
Hannover Meine Stadt Stadt: Weg mit den Waschbecken in Klassenräumen
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00:23 23.03.2019
WEG DAMIT: Weil das Whiteboard die Kreidetafel in den Klassenräumen verdrängt, will die Stadt Waschbecken in den Unterrichtsräumen abbauen. Dagegen ist aber der Schulausschuss. Quelle: dpa
HANNOVER

Die Stadt will die Waschbecken in weiterführenden Schulen abbauen, Eltern- und Schülervertreter wollen dies nicht: Inzwischen ist das Thema so brisant, dass die anstehende Debatte darüber am Mittwoch im Schulausschuss von der Tagesordnung genommen wurde – Beratungsbedarf. Dabei war das Thema im Februar schon vom Tisch, denn da hatte sich der Schulausschuss für die Waschbecken ausgesprochen. Doch dann kassierte der Ausschuss für städtische Liegenschaften den Beschluss. Und auf Druck der Grünen wurde eine finale Entscheidung im Verwaltungsausschuss Ende Februar schließlich zur Debatte an den Schulausschuss zurückverwiesen. Der vertagte die Entscheidung nun.

Stadt: Anschlüsse verkeimen, weil kein Wasser mehr fließt

Darum geht’s: Nach Ansicht der Stadt wächst durch die Umstellung der Tafeln von Kreide auf Whiteboard die Gefahr der Verkeimung in Anschlüssen, da das Wasser nicht mehr benutzt werde. Waschtische in Klassenräumen wiesen in der Regel nur sehr geringe Wasserverbräuche auf, argumentiert die Verwaltung. Mit Whiteboards würde der Wasserverbrauch noch weiter sinken, denn eine elektronische Tafel müsse nicht täglich nass gewischt werden. Wasser sollte nicht länger als 72 Stunden in der Leitung stehen, sonst drohe die Verkeimung, argumentiert die Stadt Hannover.

Automatische Spüleinrichtungen seien keine Alternative. Sie stellten zwar einen regelmäßigen Durchlauf sicher, würden aber andere Gefahren bergen: So bestehe bei mutwilliger Verstopfung des Abflusses die Gefahr von Überflutungen. An zwei Schulen mit automatischer Spüleinrichtung seien in jüngster Zeit trotzdem Verkeimungen aufgetreten. Auch Kosten führt die Stadt für das Aus der Waschbecken an: 4000 Euro koste ein Waschtisch bei Neubauten, bei Nachrüstungen von fehlenden Leitungen fielen sogar 10 000 Euro an. Hinzu kämen jährliche Wartungskosten von jeweils 150 bis 200 Euro und ein nicht abzuschätzender Aufwand für Reinigung und Spülvorgänge. Wenn die interaktive Tafel käme, seien dies unnötige Ausgaben.

Stadt: Waschbecken machen gebäudetechnisch keinen Sinn

Elternvertreter im Schulausschuss halten Waschbecken in Klassenräumen hingegen für geboten: Weil auch interaktive Tafeln hin und wieder mit einem feuchten Mikrofasertuch zu reinigen seien. Und auch aus hygienischer Sicht seien Waschbecken sinnvoll, insbesondere bei den zurückliegenden Infektionswellen. Eine Schülervertreterin der Humboldtschule fragte in der Bürgerfragestunde des Schulausschusses am Montag die Stadtverwaltung, wie sie sich eine Zukunft ohne Waschbecken in den Klassenräumen vorstelle ohne dabei auf Toilette zu gehen, nur im sich die Hände zu waschen und eventuell dafür sogar den Unterricht zu verlassen, etwa beim Kunstunterricht? Antwort von Schuldezernentin Rita Maria Rzyski: „Schulfachlich könnte man sagen, Waschbecken machen Sinn. Aus gebäudetechnischer Sicht machen sie es nicht.“

Von Andreas Voigt

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