Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Hannover: Keine Mehrheit für „Walk of Fame“
Hannover Meine Stadt Hannover: Keine Mehrheit für „Walk of Fame“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 27.04.2019
WEG IN DIE SACKGASSE: Der „Walk of Fame“ für Hannover fiel am Freitag bei der Kulturpolitik durch.
WEG IN DIE SACKGASSE: Der „Walk of Fame“ für Hannover fiel am Freitag bei der Kulturpolitik durch. Quelle: Peetz & Peetz Design
Anzeige
HANNOVER

Einen „Walk of Fame“ nach Hollywood-Vorbild wird es in Hannover nicht geben. Einen Gehweg mit hannoverschen Berühmtheiten wie Hannah Ahrendt, Herbert Schmalstieg oder Leibniz einzurichten – eine Idee, die Einzel-Ratsherr Tobias Braune am Freitag im Kulturausschuss einbrachte –, fand keine Mehrheit. Lediglich AfD-Vertreter Markus Karger war dafür.

Kombination nur mit dem Roten Faden?

Ob damit auch die gleiche Idee vom Freundeskreis Hannover begraben ist, blieb unklar. Vorsitzender Matthias Görn hatte jüngst geäußert, der Freundeskreis könne sich auch etwas im Zusammenhang mit dem Roten Faden vorstellen. Das zumindest wurde am Freitag so nicht abgeschmettert: „In Kombination mit dem Roten Faden etwas zu machen, darüber reden wir noch mal in der Ampelgemeinschaft“, so Wilfried Engelke (FDP).

Ansonsten herrschte in Sachen „Walk of Fame“ Einmütigkeit – das ist nichts für Hannover. „Eine Überhöhung Einzelner ist gänzlich unhannöversch“, so Lars Kehlich (SPD). Es sei sogar eine Art Provinzposse, wenn man den Walk of Fame von Hollywood kopiere. „Hannover ist nicht Hollywood“, pflichtete ihm Wilfried Engelke bei. Man habe schon einen „Walk of Fame“, „und das ist der Rote Faden“, so Sebastian Marski (CDU).

CDU: „Von der Idee kann man nur Abstand nehmen“

Tobias Braune hatte noch versucht, den Promi-Gehweg als Beitrag Hannovers zur Kulturhauptstadt schmackhaft zu machen – aber auch das misslang. Arne Borstelmann (CDU): „Unser Motto heißt Hier. Jetzt. Alle. Und nicht Hier. Jetzt. Herbert Schmalstieg oder andere Personen.“ Von dieser Idee könne man nur Abstand nehmen. Grünen-Kulturexperte Daniel Gardemin sagte, für die Kulturhauptstadt müsse man eigene Ideen bringen, keine Kopien anderer. „Es braucht mehr Tiefe.“

Gerhard Wruck (Die Hannoveraner) sprach hingegen von einem „krampfhaften Bemühen, etwas ablehnen zu wollen“. Für Markus Karger (AfD) ist der „Walk of Fame“ eine Möglichkeit, „Lokalgrößen nachhaltig zu ehren“. Er würde Hannover außerdem bekannter machen.

Von Andreas Voigt