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Meine Stadt Hannover: Keine Anklage gegen Sarahs Mörder
Hannover Meine Stadt Hannover: Keine Anklage gegen Sarahs Mörder
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06:16 29.03.2012
Sarah S. wurde von ihrem Nachbarn erstochen.
Hannover

V. soll wegen massiver Wahnvorstellungen schuldunfähig sein. Die Staatsanwaltschaft hat nach Angaben von Sprecherin Irene Silinger beim Schwurgericht ein Sicherungsverfahren mit dem Ziel beantragt, V. in ein psychiatrisches Krankenhaus einzuweisen. Am 12. April soll der Prozess vor dem Landgericht beginnen, es sind vier Verhandlungstage angesetzt.

 Sarah S., die Sonderpädagogik studierte und seit Jahren im Annastift als Nachtwache jobbte, hatte häufiger mit dem Täter Auseinandersetzungen gehabt. Wegen Lärm habe sich der Mann aber nicht beschwert, sagte der geschockte Hausmeister des Mietshauses. Im Nachhinein betrachtet gab es aber Anzeichen dafür, dass der Iraner unter Verfolgungswahn litt. So soll er etwa ein halbes Jahr vor der Tat die Studentin bei der Polizei angezeigt haben: Sie sei in seine Wohnung eingedrungen und habe Drogen in seinen Lebensmitteln versteckt. Dies klang so abwegig, dass keine Ermittlungen aufgenommen wurden. Darüber hinaus soll es weitere Auffälligkeiten gegeben haben.

Psychiater Tobias Bellin ist nach Angaben von Anwalt Matthias Waldraff zum Ergebnis gekommen, dass der Mann unter paranoider Schizophrenie leidet. Waldraff vertritt die Eltern der getöteten Sarah, die im Prozess Nebenkläger sein werden. Wie haben sie auf die Nachricht reagiert, dass der Täter voraussichtlich nicht bestraft wird? Dazu Waldraff: „Beide haben mir gesagt, dass ihnen die Verarbeitung des Geschehens so leichter fällt, als wenn sie es mit einem voll schuldfähigen Menschen zu tun hätten.“ aro