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Meine Stadt Kameras filmen die Bluttat im Hauptbahnhof
Hannover Meine Stadt Kameras filmen die Bluttat im Hauptbahnhof
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12:24 01.12.2018
Spurensuche: Kriminaltechniker versuchen, den Ablauf des Verbrechens zu rekonstruieren. Quelle: Elsner
Hannover

Im Hauptbahnhof von Hannover ist am Freitagvormittag ein Streit unter zwei Männern (48, 53) eskaliert. Der Ältere, ein Rumäne, stach seinen Kontrahenten, ein Deutscher, nieder. Das Opfer wurde lebensgefährlich verletzt. Inzwischen hat sich sein Zustand stabilisiert. Nach Informationen der NP handelt es sich bei der Tatwaffe um ein Messer, gefunden wurde es bislang nicht. Die Polizei ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Das Verbrechen wurde von der Videoüberwachung im Bahnhof aufgezeichnet.

Nach ersten Erkenntnissen gehören Täter und Geschädigter der Obdachlosen-Szene an. Der blutige Übergriff ereignete sich gegen 11.15 Uhr im hinteren Bereich des Bahnhofs zwischen der Filiale von Burger King und den öffentlichen Telefonen. Was lautstark begann, endete blutig: Der 53-Jährige versetzte seinem Widersacher einen Stich in den Oberkörper.

Zusammenbruch an Gleis 11

Zunächst flüchtete der Täter, konnte aber auf dem Bahnhofsvorplatz gefasst werden. Der Schwerverletzte schleppte sich bis zum Aufgang von Gleis 11. Dort brach er zusammen. Beamte der Bundespolizei leisteten ihm Erste Hilfe. Dann wurde er in eine Klinik eingeliefert.

Info

Der Messerangriff gestern Vormittag im Hauptbahnhof ist der Dritte innerhalb von drei Wochen innerhalb der Drogen-, Obdachlosen- und Trinkerszene in der Innenstadt.

Bereits am Abend des 8. November war es in der Fußgängerzone am Steintor zur Attacke eines 40-Jährigen gekommen. Er hatte einen 22-Jährigen schwer mit einem Messer verletzt. Der Fall spielt im Drogenmilieu. Der Täter wurde zwei Tage später festgenommen und sitzt in U-Haft.

Am 10. November wurde an der Augustenstraße direkt am „Stellwerk“, der Einrichtung, in der Rauschgiftsüchtige Drogen konsumieren dürfen, ein 39-jähriger Mann erstochen. Er hatte eine Auseinandersetzung mit einem zunächst unbekannten Mann.

Auch bei dem Verbrechen soll es einen Drogen-Hintergrund geben. Als Messerstecher wurde rund eine Woche später ein 27-Jähriger verhaftet – mitten im Hauptbahnhof.

Der Mann war mit Haftbefehl gesucht worden, nachdem sich die Hinweise auf ihn als Täter verdichtet hatten. Beamte der Bundespolizei erkannten ihn wieder, als sie im Bahnhof auf Streife waren.

Der genaue Ablauf der Bluttat ist dokumentiert. Die Kameras aus dem Bahnhof haben das Geschehen aufgezeichnet. „Das Material ist gesichert worden“, sagt Polizeisprecher Philipp Hasse. Dennoch bitten die Ermittler Zeugen, sich unter Telefon 05 11/109 55 55 zu melden. Die Polizei hatte den Tatort weiträumig abgesperrt. Kriminaltechniker sicherten Spuren. Zum Motiv des Verbrechens ist bislang nichts bekannt.

Forderung nach rundem Tisch

In den vergangenen drei Wochen ist es innerhalb der Drogen-, Obdachlosen- und Trinkerszene in der Innenstadt von Hannover dreimal zu blutigen Messerangriffen gekommen. Eine Entwicklung, die vielen Menschen in Hannover Sorge bereitet. So kann es nicht weitergehen, die Gewalt muss ein Ende haben, meint die CDU im Rat und forderte jüngst „dass Stadtverwaltung, Landespolizei, Bundespolizei, Deutsche Bahn, Ausländerbehörde, Diakonie und andere Träger der Wohlfahrtspflege sich an einen Tisch setzen, um Lösungsvorschläge zu entwerfen“.

Von Britta Mahrholz

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