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Meine Stadt Tatort Spielplatz: Zweijähriger Junge fasst in Drogenspritze
Hannover Meine Stadt Tatort Spielplatz: Zweijähriger Junge fasst in Drogenspritze
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16:42 14.08.2019
Hier ist es passiert: Auf diesem Spielplatz am Bornhof lag die Drogenspritze, an der der zweijährige Max herum fummelte. Mutter Stefanie hat nun Angst, dass sich ihr Sohn mit HIV oder Hepatitis angesteckt haben könnte. Quelle: Heusel
Hannover

Der zweijährige Max (*alle Namen von der Redaktion geändert) ist ein aufgeweckter Junge. Und er ist neugierig. Auf dem städtischen Spielplatz an der Straße Bornhof im Roderbruch (Groß-Buchholz) geht er gerne auf Entdeckungstour. So auch an jenem Tag, als er sich mit seiner Schwester Emily (4) und zwei Nachbarskindern auf die Suche nach Käfern machte. Dabei passierte etwas, das Auswirkungen auf den Rest von Max’ Leben haben könnte: Der Kleine fasste in eine weggeworfene Drogenspritze. Seitdem beschäftigt Mutter Stefanie M. (29) die bange Frage: „Hat sich mein Sohn mit Hepatitis oder HIV infiziert?“

Mit den Fingern an der Nadel

Es war ein schöner Sommertag, als Max, seine Schwester und ihre beiden Freunde im Gebüsch des Spielplatzes Ausschau nach Käfern hielten. Plötzlich hatte eines der Kinder die Drogenspritze in der Hand. Der Zweijährige fummelte auch an der Nadel herum. Ob, und wenn ja, wie tief er sich gestochen hat, ist unklar. „Max selbst kann es nicht sagen. Er versteht noch nicht, worum es geht“, so Stefanie M. Die größeren Kinder bestätigten aber, dass der Junge mit den Fingern an der Nadel war.

Max’ Schwester Emily zeigt das Gebüsch, in dem die Drogenspritze lag. Quelle: Heusel

Zum Glück: „Richtig reingegriffen hat er offenbar nicht“, so die Mutter: „Dann hätte er geweint.“ Dennoch schließt die 29-Jährige nicht aus, dass es bei Max einen oberflächlichen Stich mit der Drogenspritze gegeben haben könnte.

Bluttest nach sechs Wochen

Eine Antwort, ob Max sich infiziert hat oder nicht, gibt es erst Anfang September: Dann muss der Junge zu seinem Kinderarzt, der einen Bluttest machen wird. Grund für das Warten ist, dass eine mögliche Ansteckung erst etwa sechs Wochen nach dem Stich feststellbar ist. Der Mediziner hat Stefanie M. geraten, bis dahin auf Auffälligkeiten zu achten – beispielsweise auf Hautausschläge.

Die Zeit des Wartens ist für die Mutter anstrengend. Sie fragt sich immer wieder: „Muss ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben, weil ich auf dem Spielplatz vielleicht mal 30 Sekunden nicht aufgepasst habe?“

Infektologe: Äußerst geringes Risiko

Prof. Dr. Matthias Stoll, Infektologe an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), kann die Mutter zumindest etwas beruhigen. Nach den Schilderungen sei das Risiko, dass Max sich durch die Drogenspritze mit Hepatitis oder HIV infiziert haben könnte, „äußerst gering“.

Wahrscheinlich ist, dass die Spritze schon eine Weile im Gebüsch gelegen hat und Viren an der Nadel längst abgestorben waren. „Der Kinderarzt hat genau das Richtige getan“, sagt Stoll. Nämlich bis zur Blutkontrolle in sechs Wochen zunächst einmal nichts zu unternehmen.

HIV-Medikamente problematisch

Selbst wenn es einen tiefen Einstich in Max Hand gegeben hätte, wäre im Hinblick auf eine mögliche HIV-Infektion die Einnahme entsprechender Medikamente bei einem so kleinen Kind mit einem erheblichen Risiko verbunden. Dieses und die Chance, dass es gar keine Übertragung gegeben haben könnte, gelte es sorgsam gegeneinander abzuwägen, erklärt der Mediziner.

Was macht eine achtlos weggeworfene Drogenspritze auf einem Spielplatz, der von der Stadt betrieben wird? Eine konkrete Antwort gibt es dazu nicht. Was Sauberkeit angeht, gelten auf dem Gelände am Bornhof die gleichen Regeln wie überall in Hannover. Die Stadt verweist auf regelmäßige Kontrollen: „Die Spielplätze der Landeshauptstadt Hannover werden mindestens einmal wöchentlich gereinigt“, teilt Sprecher Dennis Dix mit. Von April bis Oktober auch mehrmals, je nach Nutzungsintensität: „Hierbei wird speziell auf gefährdende Gegenstände wie Glas, Metall und anderes geachtet. In dem Zuge natürlich auch auf Spritzen aller Art.“

Stadt enttäuscht Mutter

Aus Sicht von Stefanie M. ist das eine enttäuschende Antwort: „Ich hatte zumindest erwartet, dass die Stadt bei einem Spielplatz, auf dem schon einmal eine Drogenspritze gefunden wurde, genauer hinsieht und extra kontrolliert.“ Der Fund lege doch den Schluss nahe, dass sich am Bornhof ein Junkie aufgehalten haben muss.

Max‘ Mutter hat auch die Polizei eingeschaltet. Die kann momentan (noch) nicht tätig werden, erklärt Sprecherin Antje Heilmann. Zurzeit ist eben noch unklar, ob sich der Junge angesteckt hat. Sollte der Bluttest im September doch positiv sein, würden Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

Von Britta Mahrholz

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