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Meine Stadt Mit diesem Produkt wollen Studenten aus Hannover die Hungersnot in Afrika bekämpfen
Hannover Meine Stadt Mit diesem Produkt wollen Studenten aus Hannover die Hungersnot in Afrika bekämpfen
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15:16 15.08.2019
fortschritt in tüten: Die Gründer des Startups „Insectus“ schulen ihre Projektpartner im Togo. Die produzieren Insektenmehl, dass sie in Beutel verpacken. Quelle: Foto: Wilde
Hannover

Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen von Hunger. 821,6 Millionen Menschen hungern, zwei Milliarden leiden an Mangelernährung. Im Kampf gegen Hunger gewinnen deshalb Insekten eine immer größere Bedeutung. Seit Jahren rufen die Vereinten Nationen in ihrem Welthungerreport dazu auf, mehr Insekten zu essen. Mit Insekten den Hunger bekämpfen, das ist auch die Idee von „Insectus“, einem Projekt der Enactus-Studentengruppe Hannover.

Vor drei Jahren wurde das Startup gegründet. Die Gründer von der Leibniz-Universität wollen Hungersnöte in afrikanischen Entwicklungsländern bekämpfen. In drei Ländern, Simbabwe, Sambia und zuletzt in Togo, haben sie dafür gemeinsam mit Einheimischen für knapp 2500 Euro kleine Insektenfarmen aufgebaut. Denn auch das ist ein Ziel: „Mit der Insektenzucht wollen wir vor Ort auch Arbeitsplätze schaffen. Dafür suchen wir uns in jedem neuen Land Partner“, sagt Alexander Appel von Enactus Hannover.

In Togo sind das der einheimische Fabio und seine Cousine Catherine. Sie wurden von ihren Projektpartnern geschult, damit sie die Farm eigenständig betreiben können. In speziellen Käfigen züchten sie die Schwarze Soldatenfliege, ein beliebtes Futterinsekt, das bisher jedoch überwiegend in der Nutztierhaltung Verwendung fand. „Togo ist wegen der relativ konstanten Temperaturen, es gibt dort nachts kaum Temperaturabfälle, das perfekte Land, um Insekten zu züchten“, erklärt Appel. Etwa 400 Fliegen befinden sich im Zuchtkäfig. „Die sind aber völlig anders als die Fliegen, die wir bei uns haben. Sehr träge, eigentlich fliegen die kaum“,so Melissa Stelzer von „Insectus“.

Nährstoffbedarf für drei Tage gedeckt

Die Züchter haben es auf die Larven abgesehen. Appel: „Kurz bevor diese vor der Verpuppung stehen, werden sie geerntet.“ Dann werden sie abgekocht, getrocknet, geschreddert und zu Insektenmehl verarbeitet. Alle Arbeitsschritte laufen auf der Farm ab. Das Mehl, das vom Geruch an Zoohandlung erinnert, leicht nussig schmeckt, wird in 20-Gramm-Beuteln auf Märkten verkauft – für umgerechnet 15 Cent. Das Mehl geben die Einheimischen zu ihren Speisen, die zum Großteil aus Mais bestehen. „Ein Beutel deckt den Nährstoffbedarf eines Erwachsenen für mindestens drei Tage. Es ist reich an Eisen und Kalzium“, sagt Appel.

Nach Angaben von „Insectus“ können mit 20 Kilogramm Insektenmehl pro Woche rund 400 Menschen versorgt werden. Aktuell produzieren die Farmen pro Woche fünf Kilo. Appel: „Aber jedes Startup hat mal klein angefangen. Außerdem haben wir mit der Insektenzucht eine klimafreundliche Alternative zu anderen Lebensmitteln. Sie brauchen viel weniger Wasser und Land und produzieren keine klimaschädlichen Gase wie etwa Rinder.“

Studenten-Netzwerk

Bereits 1975 wurde die gemeinnützige Organisation Enactus in den USA gegründet. Seit 2003 ist sie auch in Deutschland aktiv.

Weltweit engagieren sich mehr als 70 000 Studierende in rund 40 Ländern in dem Netzwerk. Damit ist Enactus eine der größten studentischen Initiativen weltweit. Daneben sind auch Vertreter aus rund 450 Unternehmen und Organisationen aktiv. In Hannover gehören aktuell 113 Studenten aus 30 Studienfächern zum Netzwerk. „Wir schauen uns soziale Probleme auf der Welt an und wollen diese mit unternehmerischem Denken und echten Geschäftsmodellen nachhaltig lösen“, erklärt Teamleiter Alexander Appel.

Gründertum und soziale Verantwortung beherrschen dabei das Handeln. Projekte beschäftigen sich mit recycelten Plastikmülloder einer App „Pfandschaft“, die Pfandsammler und Spender von Leergut zusammen bringt.

www.enactus.de/hannover

Von Britta Lüers

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