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Meine Stadt Immer weniger Amseln in Hannover
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00:20 02.02.2019
Eine Amsel.
Eine Amsel. Quelle: dpa
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Die Amselpopulation in Niedersachsen hat offenbar weiter abgenommen. In der „Stunde der Wintervögel“ zählten Naturfreunde durchschnittlich 3,1 Amseln in ihren Beobachtungsgebieten. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang um 17 Prozent, wie der Naturschutzbund Nabu am Mittwoch in Hannover mitteilte. Vom 4. bis 6. Januar waren Freiwillige aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und das Ergebnis dem Nabu zu melden.

Schon zwischen 2017 und 2018 hatte sich den Angaben zufolge der Amselbestand um 22 Prozent verringert. Als Gründe für den neuerlichen Schwund kämen der sehr trockene Sommer 2018 und damit fehlende Regenwürmer für den Nachwuchs und eine bundesweite Epidemie des tropischen Usutu-Virus unter den Vögeln infrage. Starke Rückgänge gab es auch bei den Grünfinken. So wurden vor einem Jahr noch rund 13 Prozent mehr beobachtet. Die Grünfink-Population nehme nun schon seit mehreren Jahren ab, hieß es.

Am häufigsten taucht der Haussperling auf

Insgesamt haben in Niedersachsen über 15.3000 Vogelfreunde in mehr als 10.000 Gärten zwischen Borkum und Duderstadt Wintervögel gezählt, hieß es. Am häufigsten sichteten sie dabei den Haussperling gefolgt von Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling.

Wegen des milden Wetters sei genug Futter zu finden gewesen, weswegen weniger klassische „Futterhausbesucher“ wie Eichelhäher, Buntspecht oder Gimpel gesichtet worden seien. Stattdessen zeigten sich mehr Ringeltauben und Rotkehlchen, die eigentlich als sogenannte Teilzieher im Süden überwintern.

Die „Stunde der Wintervögel“ fand zum neunten Mal am ersten Januarwochenende statt. Sie ist nach Nabu-Angaben Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion.

Von epd