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Meine Stadt Hannover: Immer mehr Ältere sind suchtkrank
Hannover Meine Stadt Hannover: Immer mehr Ältere sind suchtkrank
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18:21 21.05.2019
Bieten älteren Alkoholabhängigen Hilfe an: Sozialpädagogin Claudia Weber und Fam-Einrichtungsleiter Torsten Köster. Quelle: Behrens
Hannover

Na? Am Sonntagabend doch ein Glas Wein mehr getrunken als eigentlich gewollt? Und ist das Feierabendbier eigentlich schon obligatorisch? Wird jeder Tag der Rente mit einem Cognjäckchen gefeiert? Diese Fragen könnte man sich auch außerhalb der Aktionswoche Alkohol stellen, aber jetzt hat man einen guten Anlass. Und vielleicht wird es auch Zeit für einen Anruf bei oder einen Gang zu Fam, der Fachstelle für Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit in der Langen Laube (Mitte). Zu spät ist es dafür nie, denn Sucht im Alter ist ein großes Problem auch in Hannover.

„Wenn wir von Sucht im Alter reden, dann meinen wir das Alter ab 55 Jahre“, erklärt Fam-Leiter Torsten Köster. Da gebe es jene, die schon immer Alkohol konsumiert haben, „aber es gibt auch die Späteinsteiger aufgrund der Umbruchsituation in diesem Alter“, berichtet Sozialpädagogin Claudia Weber, die viel mit Älteren und Senioren arbeitet.

Alkohol für Ältere besonders schädlich

Zu viel Alkohol und zu regelmäßiger Alkoholkonsum sind immer schlecht, aber gerade für Ältere kann es noch Schlimmeres bewirken: Bluthochdruck, Schlafstörungen, fehlende Konzentration, Gefäßerkrankungen und eine gestörte Motorik kann zum Beispiel dazu führen, dass die Leute fallen – und dann kommt es möglicherweise zum gefürchteten Oberschenkelhalsbruch mit Krankenhausaufenthalt. Demenz, Leberzirrhose oder Korsakow-Syndrom (Amnesie aufgrund von Alkoholmissbrauch) seien nur die Spitze des Eisberges, so Köster.

Müssen süchtige Senioren in den Entzug? „Wenn, dann nur unter ärztlicher Aufsicht, sonst kann das lebensgefährlich werden.“ Es gehe auch nicht unbedingt darum, völlig abstinent zu leben, „aber statt eine Flasche an jedem Abend reichen ja vielleicht auch zwei kleine Gläser an vier Tagen“, so Weber. Bei Fam können Betroffene oder Angehörige jeden Alters zum Beratungsgespräch kommen, im Fall des Falles in die Therapie (Gruppe und Einzel) gehen und auch in einen teilstationären oder stationären Entzug vermittelt werden.

Am heutigen Mittwoch hat die Aktionswoche übrigens ihren Höhepunkt mit dem Suchthilfelauf der Hilfseinrichtung Step, zu der Fam. Ab 17 Uhr wird sich am Nordufer alkoholfrei aufgewärmt, ab 17.45 Uhr kommt Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf und ab 18 Uhr laufen Betroffene und Nichtbetroffene sowie ganz normale Bürger aus Hannover unter dem schönen Motto „Laufen für mehr Akzeptanz“ um den Maschsee.

Probleme mit Alkohol? Eine Onlineberatung gibt es hier:

Sprechstunden bei Fam in der Lange Laube 22, 30159 Hannover, sind Mittwoch, 9-11 Uhr, Montag und Donnerstag, 16-18 Uhr

Von Petra Rückerl

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