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Meine Stadt Modellprojekt für Obdachlose
Hannover Meine Stadt Modellprojekt für Obdachlose
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16:16 15.11.2018
HILFE, DIE ANKOMMT: Ricarda Niedergerke, Tatjana Makarowski (Abteilungsleiterin Soziale Dienste), Andreas Schubert (Vorstand Caritasverband Hannover e.V.) und Udo Niedergerke (von links) kümmern sich darum, dass Obdachlose wieder Schritt für Schritt ein Dach über den Kopf bekommen Quelle: Foto: Behrens
Hannover

Eigentlich sollte es am Donnerstag beim Termin um ein neues Projekt für obdachlose Menschen gehen, das Caritas und das Ärzteehepaar Ricarda und Udo Niedergerke vorstellen: „CariHope“, der schrittweise Ausstieg aus der Wohnungslosigkeit. Dann aber mahnte Stiftungsgründer Udo Niedergerke die Stadt, auch mal in die Puschen zu kommen, um der Not wirksam zu begegnen.

Hürden in den Verwaltungen

Engagierte Helfer wie Niedergerkes und auch die Wohlfahrtsverbände strampeln sich ab, um den Menschen in Not zu helfen. Und dann verzweifeln sie immer wieder an der fehlenden Koordination und Kommunikation in den Dezernaten sowie an der Bürokratie in den Verwaltungen. Udo Niedergerke nennt ein Beispiel: Man sei im Sozialdezernat, bespreche ein Hilfsprojekt, „denkt, jetzt geht es weiter, jetzt wird es umgesetzt und dann hört man nach Wochen“, dass nun das Baudezernat noch Probleme hätte. „Für jede Lösung hat die Stadt auch ein Problem“, sagt Niedergerke und hofft, dass das neue Projekt auch eine Art Weckruf für die Stadt ist.

Und so funktioniert „CariHope“: Auf jeden Fall auf Augenhöhe und mit den Betroffenen selbst. Das Modellprojekt – oder eher die Initiative, weil das Vorhaben nicht zeitlich begrenzt sein soll – beginnt damit, den Obdachlosen Angebote zu machen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Die Öffnungszeiten für den Tagestreff bei der Caritas werden ausgeweitet, Betroffene bekommen hier Fahrkarten für Üstra-Fahrten, abschließbare Spinde stehen für das wenige Hab und Gut zur Verfügung. Männer und Frauen ohne Dach über den Kopf können hier duschen, ihre Wäsche waschen und zur Ruhe kommen. Später soll es Workshops mit den Betroffenen geben.

„Wir müssen uns das Vertrauen der Leute erarbeiten“, sagt Tatjana Makarowski, Abteilungsleiterin Soziale Dienste. „Viele habe das Vertrauen zu anderen, aber auch zu sich selbst verloren und müssen erst einmal gestärkt werden.“ In den nächsten Schritten wird individuell geschaut, was die Leute brauchen, welche Wohnform für sie geeignet wäre. „Wer jahrelang Platte gemacht hat, kann meist nicht gleich in die eigene Wohnung“, so Caritas-Vorstand Andreas Schubert. „Wir brauchen menschenwürdige und fördernde Maßnahmen“. Die Anschubfinanzierung (25 000 Euro) ist dank Niedergerkes gesichert. Wer ebenfalls helfen möchte:

www.niedergerke-stiftung.de

Von Petra Rückerl

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