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Meine Stadt Einblicke in die Ideen-Expo
Hannover Meine Stadt Einblicke in die Ideen-Expo
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17:24 03.05.2019
Blick in die Zukunft: Minister Bernd Althusmann am AOK-Stand mit VR-Brille. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Sieht so die Zukunft aus? Einen kleinen Einblick in die Ideen-Expo, die in sechs Wochen startet, bekam gestern Bernd Althusmann, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung. Neun der 270 Aussteller zeigten Neuerungen, die bald nicht mehr nur virtuelle Realität sein könnten.

Die Ideen-Expo

Die siebte Ideen-Expo startet in sechs Wochen auf dem Messegelände. 670 Mitmachexponate von 270 Ausstellern werden vom 15. bis 23. Juni zu sehen sein. Es handelt sich bereits um die siebte Auflage der Veranstaltung.

Gegründet wurde die Ideen-Expo 2007 als gemeinsame Initiative von Politik und Wirtschaft mit dem Ziel, junge Menschen für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Alle zwei Jahre zeigen Unternehmen, Hochschulen und Schulen auf dem Messegelände Hannover, welche Chancen in den MINT-Berufsfeldern (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften un Technik) stecken.

Inzwischen gilt die Ideen-Expo als Europas größtes Jugend-Event für Naturwissenschaften und Technik.

Apropos: Einen „spielerischen“ Umgang mit der Schnittstelle von Gesundheit und Digitalisierung zeigte die AOK. Per Virtual-Reality-Brille kann sich der Nutzer in einen Superhelden verwandeln und das Herz mit Laserpistole gegen Viren verteidigen. Eine Aufgabe, die der Minister übrigens mit „sehr gut“ bewältigt.

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Begeisterung für das Handwerk

Weniger Talent bewies Althusmann am Stand der Handwerkskammer, wo ein speziell „Hykker“ – ein Holz-Hocker zum selber Basteln – zusammengesteckt werden muss. Dabei erhielt der Minister – laut eigener Aussage kein guter Handwerker – Hilfe eines Zimmermannslehrlings am Stand. Junge Besucher können dagegen sogar mit einer Stichsäge ihr Talent ausloten. So hofft man, Jugendliche in der Berufsfindungsphase für das Handwerk begeistern zu können.

Baustoff Maezio begeistert bei Chemischer Industrie

Um Bastelei der anderen Art geht es beim Verband der chemischen Industrie Nord (VCI Nord). Hier können Messebesucher mit dem Baustoff Maezio arbeiten. Das Material ist belastbar wie Metall, aber federleicht und ebenso leicht zu verarbeiten. Mit etwas Wärme, etwa aus einem Heißluftföhn, wird es formbar und kann in Laptops, Sportgeräten oder für Vorführzwecke direkt am Stand zu einem kleinen Spielzeugauto geformt werden.

Modellautos werden der Renner

Modellautos scheinen generell der Renner auf der diesjährigen Ideen-Expo zu sein: Am Stand des Technologiekonzern ZF Friedrichshafen AG kann der Besucher ein Exemplar zusammenbauen, wobei er per Licht und interaktiv durch die einzelnen Schritte geführt wird. Die Autosstadt aus Wolfsburg zeigt wie am 3-D-Drucker und per Hand gebastelte Miniwagen über Handyapp gesteuert werden können. Weitere Modelle fahren bereits autonom, reagieren auf Hindernisse und – bei korrekter Programmierung – auch auf die Signale einer Modell-Ampel.

Das passt auch zu den Erwartungen, die Althusmann direkt vor dem Besuch an die Ideen-Expo gestellt hat: Vor allem die Themen E-Mobilität und Digitalisierung werden in den technischen Berufen immer größeren Raum einnehmen, prophezeite der Minister für Digitales. „Insofern ist diese Ideen-Expo eigentlich eine Zukunfts-Expo.“

E-Golf ohne Verkleidung

Aber etwas schmucklos sieht sie dann doch aus – die Zukunft des Autos. Zumindest so, wie sie Volkswagen an einem E-Golf auf der Ideen-Expo demonstriert. Ohne Bleche, Abdeckung und Motorhaube. Das aber nur, um der interessierten Jugend am Schnittmodell den Blick hinter die „Karosserie-Kulissen“ zu ermöglichen. So soll das Elektroauto zeigen, was es an komplexer Elektronik zu bieten hat, samt Verkabelung. Denn das Innenleben des E-Golfs bekommt man sonst auf der Straße nicht zu sehen – zumal er auch noch fahren kann, wie der Minister kurz danach selbst ausprobiert und ohne jedes Motorengeräusch um einen Baum kurvt.

Althusmann auf Probefahrt im aufgeschnittenen E-Golf. Quelle: Florian Petrow

Technik beeindruckt Minister

Dass der Wagen ohne Probleme fährt, freut nicht nur den CDU-Politiker, sondern auch Justin Pausch, einer der Volkswagen-Auszubildenden für KFZ-Mechatronik, die den Elektro-Golf mit zusammengebaut hat. „Das Modell ist sehr komplex“, erklärt er. Acht junge Kollegen waren notwendig, um ihn extra für die Ideen-Expo fahrtüchtig zu machen.

Althusmann zeigte sich beeindruckt vom ersten Einblick. Ein Besuch der Messe lohne sich, ist er sicher: „Unmittelbarer und anschaulicher können Jugendliche nicht erleben, was sich hinter Berufsbildern verbirgt.“

Info Ideen-Expo

Von Simon Polreich