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Meine Stadt Vergewaltigung: Familienvater vor Gericht
Hannover Meine Stadt Vergewaltigung: Familienvater vor Gericht
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17:21 16.04.2019
In Handschellen: Levent Y. sitzt in Untersuchungshaft. Foto: Quelle: dpa
HANNOVER

Egal, wie dieser Prozess ausgeht; die beiden Familien werden verfeindet bleiben. Und die große Mädchenfreundschaft dürfte sich auch erübrigt haben. Levent Y. (41) muss sich wegen Vergewaltigung der besten Freundin (damals 14) seiner Tochter vor dem Landgericht verantworten.

Der Angeklagte leugnet das Verbrechen. Er sitzt trotzdem in Untersuchungshaft. Denn fünf Monate nach der Tat, klingelte er bei seinem mutmaßlichen Opfer. Er soll laut Zeugenaussagen ein Messer dabei gehabt haben. Seit August 2018 sitzt der Familienvater in Haft.

Opfer mit Tequila wehrlos gemacht?

Es war Anfang März 2018 kurz vor dem 15. Geburtstag von Yvonne (Name geändert). Sie klingelte bei ihrer besten Freundin. Der Angeklagte öffnete ihr die Tür, bat sie herein, obwohl seine Tochter nicht da war. Laut Anklage hat er die Jugendliche zum Tequila eingeladen. Dann habe er sie vergewaltigt.

Doch war es so? Am Dienstag sagte der Ex-Freund (18) von Yvonne aus. Am Tattag habe sie ihm über einen Messenger-Dienst geschrieben: „Mir ist etwas Schlimmes passiert.“ Erst im Mai habe sie ihm erzählt, dass sie vergewaltigt worden sei.

Doch in einem Punkt wich er deutlich von seiner früheren Aussage ab. „Wir haben gekokst und gekifft“. Seine Freundin habe auch viel Alkohol getrunken. Im volltrunkenen Zustand habe sie sich auch zwei Mal mit einem Kumpel von ihm eingelassen. Obwohl sie das gar nicht wollte, wie sie später erzählte. „Vom Kokain-Konsum hat er jetzt zum ersten Mal erzählt“, so Opfer-Anwalt Vyacheslav Varavin.

Familie musste umziehen

Nach der Trennung im August 2018 habe das mutmaßliche Opfer auch den Zeugen wegen Körperverletzung und Bedrohung angezeigt. „Das Verfahren wurde eingestellt“, sagte der 18-Jährige.

War das die Rache des verlassenen Mannes? Angeblich hatte er den starken Drogenkonsum verschwiegen, um Yvonne nicht in einem schlechten Licht darzustellen. Für Varavin ändert die Aussage nichts an den Fakten. Er glaubt aber, dass seine Mandantin nun noch einmal vor Gericht aussagen muss.

Eine bundesweit anerkannte Psychologin stuft die Aussage des vermeintlichen Opfers als glaubwürdig ein. Wieso sollte sich die Jugendliche auch das Geschehen ausgedacht haben? Ihre Mutter (36) sagte vor der Jugendkammer 2 über ihre Tochter aus: „Es geht ihr nicht gut.“ Nach wie vor leide sie unter einem Waschzwang. Die Familie zog nach dem „Besuch“ des Angeklagten in eine andere Stadt.

Von Thomas Nagel

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