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Meine Stadt Handwerker zeigen ihr Können im Museum
Hannover Meine Stadt Handwerker zeigen ihr Können im Museum
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21:35 27.10.2018
Kerstin Hübner-Bartels zeigt ihre selbstgefertigten Salzmäuse und Tassen.
Kerstin Hübner-Bartels zeigt ihre selbstgefertigten Salzmäuse und Tassen. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Wenn antikes und modernes Handwerk zusammenkommen, ergibt sich eine ganz besondere Atmosphäre: alte Steinfiguren, Relikte aus lange vergangenen Jahrhunderten und zeitgenössisches Handwerk als Zeuge unserer heutigen Gesellschaft für zukünftige Generationen. Genau diese Komposition wurde den Besuchern des Museums August Kestner am Sonnabend geboten.

Bei der Jahresschau des Arbeitsgruppe Kunst-Handwerk-Design Hannover e.V. zeigten 33 Werkstätten, dass von Hand gemachte Waren immer etwas besonderes sind – gerade in Zeiten von automatisierter Produktion und Massenabfertigung. Auf drei Etagen gab es selbstgestalteten Schmuck, Ton- und Keramikwaren, Mode und Dekorationsgegenstände für Zuhause.

Karen Knickrehm ist extra aus Rellingen bei Hamburg angereist, um ihre Schmuckstücke zu auszustellen. Vor antiken Wandgemälden präsentiert sie ihren Glasperlenschmuck – von bunt und pfiffig bis klassisch-elegant. Ganz besonders am Herzen liegen ihr außerdem ihre Konservendosenobjekte mit einem Deckel aus Silber, Silberperlen und einem gegossenen Aufsatz. So viel Kreativität hat auch einen stolzen Preis: 650 Euro. Doch Knickrehm verrät: „Die sind ordentlich teuer, man kann sie gerne kaufen, falls nicht behalte ich sie auch gerne.“ Ketten gibt es bei ihr schon deutlich günstiger, ab etwa 90 Euro.

Für den Alltag zu Hause hat Kerstin Hübner-Bartels genau das richtige: Die gelernte Schalentöpferin macht seit 18 Jahren Gebrauchsgeschirr aus Ton. Darunter finden sich Tassen, Teller, Krüge oder Schüsseln. Eine süße Idee: Hübner-Bartels hat kleine Salzmäuse entworfen, jede individuell gestaltet und bestens geeignet zum Verfeinern von Speisen: „Die Details sind mir sehr wichtig“, betont die Handwerkerin. Ihre Produkte gibt es schon ab etwa zehn Euro für einen kleinen Teller, 12,50 Euro für die Salzmaus und größere Teller für etwa 40 Euro.

Auf dekorative Alltagsgegenstände hat sich auch Michael Voss spezialisiert: Der Hamelner ist Drechsler und fertigt in seiner Werkstatt „Drehwerk“ Schalen aus Holz. Rotbuche, Platane, Robinie oder Kirschbaum – Voss ist vielseitig unterwegs und sagt: „Ich präferiere regionale Bäume.“ Besonders schöne Muster ergeben sich, wenn das Holz schon etwas stockig ist – also die Zersetzung bereits eingesetzt hat: „Dann entziehe ich dem Holz die Feuchtigkeit und der Pilz wird inaktiv.“ Um an Holzmaterial zu kommen, ist Voss auch auf die Unterstützung von Förstern oder Baumbesitzern angewiesen. Sein Angebot: Wer einen Baum fällt, kann ihm das Holz stiften und bekommt dafür eine handgefertigte Schale – im Wert von 300 bis 500 Euro. „Das ist für alle Seiten eine Win-Win-Situation.“

Von Janik Marx