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Meine Stadt Hannover: Handwerk boomt ohne Ende
Hannover Meine Stadt Hannover: Handwerk boomt ohne Ende
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05:45 16.04.2019
GUTES GELINGEN: So häufig wie kaum zuvor ist über Neubauten die Richtkrone zu sehen. Bau- und Ausbauhandwerk erleben eine Hochkonjunktur. Quelle: Foto: Frankenberg
Hannover

„Im Handwerk ist alles anders“, sagt Karl-Wilhelm Steinmann, Präsident der Handwerkskammer Hannover, mit Blick auf den Konjunkturbericht. Im Frühjahrsquartal sind Umsätze, Auslastungen und Erwartungen der Betriebe besser als in der deutschen Gesamtwirtschaft. Der Geschäftsklimaindex ist noch einmal um sieben Punkte auf nunmehr 143 Indexpunkte gestiegen.

„Das ist der längste Aufschwung, den ich erlebt habe“, freut sich Steinmann. Die Auslastung der betrieblichen Kapazitäten habe noch einmal deutlich zugenommen. Nahezu jeder fünfte Betrieb verzeichnet mehr Aufträge, fast jeder dritte mehr Umsatz. Nur 22 Prozent hätten ein Umsatzminus gemeldet.

Fast jeder fünfte Betrieb hat mehr Aufträge

Anders als in den Vorjahren investiert das Handwerk – auch in die Digitalisierung. Lediglich 13 Prozent der Handwerksbetriebe haben ihr Investitionsbudget gekürzt. 31 Prozent schaffen Hardware oder Software an. Die Beschäftigtenzahlen steigen. Nur 13 Prozent bauten Personal ab; 17 Prozent stockten ihren Mitarbeiterstamm auf. Die durchschnittliche Betriebsauslastung ist von 79 Prozent (Frühjahr 2018) auf 84 Prozentgestiegen.

Die konjunkturelle Entwicklung im Bauhandwerk zeige sich, so Steinmann, zu Beginn 2019 abermals positiv. Der schneearme Winter ließ keinen Einbruch zu. Noch immer legten Menschen ihr Geld eher in Immobilien statt in Aktien und Anleihen an. Aufträge und Umsätze stimmen. Die Preise auf der Verkaufsseite sind allerdings bei 70 Prozent der Betriebe gestiegen. Der Geschäftsklimaindex in dieser Handwerksbranche hat nochmals um elf Punkte auf 150 Indexpunkte zugenommen.

Im Ausbauhandwerk stieg der Indexwert um drei Punkte auf jetzt 145 Indexpunkte. Auftrags- und Umsatzzuwächse waren – gemessen am Gesamthandwerk – überdurchschnittlich. 47 Prozent der befragten Betriebe hoben die Verkaufspreise an. Die Beschäftigtenzahlen werden nach Angaben der Betriebe zunehmen. Gleiches gilt für die Auftragseingänge und die Umsatzentwicklung.

Das Zulieferhandwerk beäugt Brexit skeptisch

Sehr exportabhängig und damit mit skeptischem Blick auf Brexit und mögliche Handelshemmnisse durch die USA ist das hannoversche Zulieferhandwerk. Mit einem Indexwert von 134 Punkten bei der Beurteilung der eigenen Geschäftslage liegt das Stimmungsbarometer um 14 Indexpunkte niedriger, bewegt sich damit aber immer noch auf hohem Niveau. Die gute Geschäftslagebeurteilung ist laut Kammer auf die positive Auftragsentwicklung zurückzuführen.

Die Stimmungslage im Kraftfahrzeughandwerk ist ebenfalls gut. Niemand befürchte mehr Fahrverbote, meint Matthias Lankau, Abteilungsleiter Wirtschaftspolitik. Mit 145 Indexpunkten ist die Beurteilung der Geschäftslage die zweitbeste seit 2016. Die Auftragseingänge wuchsen im Frühjahr 2019, ebenso die Umsätze. Auch Aufträge und Umsätze entwickelten sich positiv. Das Stimmungsbarometer in den Gesundheitshandwerken ist in einem Drittel der Betriebe gestiegen. Mit einer Geschäftslagebeurteilung von 136 Indexpunkten liegt diese Branche deutlich über dem Vorjahreswert. Die Umsatzentwicklung stagnierte, aber die Betriebsauslastung stieg geringfügig an.

Mehr als jeder zehnte Betrieb will zusätzliche Stellen besetzen

Die Erwartungen der Betriebe im Bezirk der Handwerkskammer Hannover sind zur weiteren konjunkturellen Entwicklung optimistisch. Mehr als jeder zehnte Betrieb plant zusätzliche Stellenbesetzungen. 42 Prozent der Betriebe erwarten mehr Umsätze. Nur sieben Prozent gehen von sich verschlechternden Lage aus.

In der Region Hannover ist die Stimmung der Handwerker am besten. Hier wurde der höchste Indexwert des Geschäftsklimas mit 146 Punkten erreicht, gefolgt vom Landkreis Nienburg mit 145 Indexpunkten. Aber auch der Landkreis Diepholz verbesserte sich um zwei Punkte auf 144 Indexpunkte. Die Stadt Hannover und der Landkreis Schaumburg lagen mit 140 Indexpunkten bei der Bewertung ihres Geschäftsklimas gleichauf. Die Regionalkonjunktur im strukturschwachen Landkreis Hameln-Pyrmont verlief etwas verhaltener. 139 Punkte sind dort das Ergebnis.

Von Vera König

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