Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Hemmingen: Hakenkreuz in Briefkasten eingeritzt
Hannover Meine Stadt Hemmingen: Hakenkreuz in Briefkasten eingeritzt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:49 26.05.2019
Quelle: Thorsten Lippelt
Anzeige
HANNOVER

Erneut hat es in der Gemeinde Hemmingen (Region Hannover) einen Vorfall mit rechtsradikalem Hintergrund gegeben, diesmal an einem öffentlichen Briefkasten. Erst in der Nacht zum 19. Mai war auf das Wohnhaus und den Schrebergarten eines jüdischen Ehepaares in Hemmingen-Westerfeld ein antisemitischer Anschlag verübt worden. Unbekannte hatten das Wort „Jude“ an die Hauswand geschmiert, zudem eine Fußmatte angezündet. Die Polizei prüft einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen vom 19. Mai und vom Sonnabend.

Hemmingen: Nazi-Symbole in öffentlichen Briefkasten geritzt

Jetzt war ein öffentlicher Briefkarten Ziel von Rechtsradikalen. Wie die Polizei Hannover am Sonntag mitteilte, entdeckte ein Postzusteller am Sonnabend auf einem Briefkasten an der Straßenecke Schmedestraße/In der Klewertin in Hemmingen-Westerfeld ein spiegelverkehrt eingeritztes Hakenkreuz sowie ein SS-Zeichen. Der Zusteller hatte die Zeichen bei seiner Tour gegen 10.30 Uhr bemerkt und der Polizei gemeldet. Die hat nun ein Verfahren wegen des Verwendens verfassungswidriger Organisationen gegen Unbekannt eingeleitet und die betroffene Stelle überklebt. Zeugenhinweise nimmt der Kriminaldauerdienst Hannover unter der Telefonnummer 0511 109 55 55 entgegen.

Anzeige

Garbsen: Mann ruft Hitler-Gruß und hebt die rechte Hand

Nicht der einzige Vorfall mit NS-Hintergrund am Wochenende: In Alt-Garbsen hatte nach Polizeiangaben ein 33-Jähriger im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung gegen eine Gruppe Männer die rechte Hand gehoben, „Sieg Heil“ gerufen und mit der linken Hand einen Schnurrbart symbolisiert. Gegen den 33-jährigen leitete die Polizei ein Verfahren wegen Körperverletzung und ebenfalls wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ein. Der Mann war im Bereich der Lübecker Straße in Alt-Garbsen am Sonnabend gegen 21 Uhr als Radfahrer mit einer vierköpfigen Gruppe aneinander geraten. Dabei habe er auch vergeblich versucht, eine Person aus der Gruppe mit der Faust zu schlagen, so die Polizei Garbsen weiter.

Hannover: Montag Demo gegen Rechts auf dem Kröpcke

In Folge des antisemitischen Anschlag auf das Wohnhaus des jüdischen Ehepaares in Hemmingen setzt das Bündnis „Gegen jeden Antisemitismus“ am Montag in Hannover ein Zeichen. Für 16 Uhr hat der Zusammenschluss aus Organisationen, Gruppen und Privatpersonen zu einer Demo mit Kundgebung am Kröpcke aufgerufen. „Der Anschlag markiert einen weiteren bitteren Höhepunkt der zunehmenden antisemitischen Gewalt in Niedersachsen – doch nicht nur hier, sondern überall in Deutschland“, so Mitorganisatorin Monika Lemcke. Mit der Demo am Kröpcke solle das Thema Judenfeindlichkeit nun noch stärker in die Öffentlichkeit getragen werden.

Mehr als 400 Hemminger Bürger und Bewohner aus Nachbarkommunen hatten bereits am Donnerstagabend ein Zeichen gegen Antisemitismus und Diskriminierung und für Toleranz gesetzt und eine etwa halbstündige Mahnwache am Rathausplatz in Hemmingen-Westerfeld abgehalten. Eingeladen zur Mahnwache hatten die Hemminger Mitglieder der Menschenrechtsorganisation Amnesty International um Marianna Knorr-Binder.

Von Andreas Voigt