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Meine Stadt Grüne wollen Benutzungspflicht für Radwege aufheben
Hannover Meine Stadt Grüne wollen Benutzungspflicht für Radwege aufheben
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21:19 12.09.2019
Die Grünen wollen den Radverkehr in Hannover weiter ausbauen und die Radwegebenutzungspflicht aufheben. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Die Grünen schwimmen auf einer Euphoriewelle. Noch nie zuvor waren die Chancen so gut, dass die Partei den Oberbürgermeister stellen wird. Am 27. Oktober wird gewählt. „Ich bin überzeugt davon, dass unser Kandidat Belit Onay die Wahlen gewinnen wird“, sagt Freya Markowis, Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Rat.

Ein grünes Stadtoberhaupt würde natürlich helfen, auch die eigenen politischen Ziele mit mehr Nachdruck voranzubringen. Am Donnerstag zog die Ratsfraktion ihre Halbzeitbilanz und präsentierte ihre Ideen für die kommenden zwei Jahre. „Wir wollen Hauptstadt der guten Luft werden, sowohl physikalisch als auch zwischenmenschlich“, sagt Markowis.

Die Grüne Ratsfraktion möchte eine saubere Luft in Hannover. Quelle: Frank Wilde

Der Verkehr ist dabei ein wichtiger Schwerpunkt. Die Partei möchte den öffentlichen Nahverkehr und den Radverkehr weiter fördern. Dazu gehört der Ausbau der sogenannten Velorouten für Radfahrer. Dabei handelte es sich um schnelle, gut befahrbare Radwegeverbindungen durch die Stadtbezirke, die auch mit „Protected Bike Lanes“ ausgestattet werden sollen. Diese mit Pollern vom Autoverkehr abgetrennten geschützten Radstreifen gibt es in Hannover bislang nicht.

Den Radverkehr beschleunigen

Gleichzeitig wollen die Grünen in vielen Straßen aber auch die generelle Radwegebenutzungspflicht aufheben. „Das würde den Radverkehr beschleunigen. Schnelle, sichere Radfahrer könnten dann auf der Fahrbahn fahren, während unsichere, langsamere Radfahrer den Radweg nutzen“, sagt Markowis. Dringend notwendig seien auch mehr Fahrradstellplätze und Fahrradparkhäuser in der City.

Zudem visieren die Grünen autofreie Quartiere an. Ein erster Schritt könnten Spielstraßen auf Zeit sein. „Da wird eine Straße zu Testzwecken für eine längere Zeit in eine Spielstraße umgewandelt“, sagt Markowis.

Fridays for Future als Vorbild

Bei ihren Ideen orientiert sich die Partei auch an den Forderungen der Fridays-for-Future-Bewegung. „Diese wollen wir aufnehmen und praxisnah umsetzen. Viele der Ideen sind gut, müssen aber noch in die konkrete Politik umgegossen werden“, sagt Marc Bindert, umweltpolitischer Sprecher. Er wünscht sich mehr Photovoltaik-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden. Zudem sollen die Angebote für Bürger, die ihre Häuser mit Solaranlagen ausstatten wollen, erleichtert werden.

Für ein gutes Klima in der Gesellschaft möchten die Grünen erreichen, dass sich die Bürger früher an Projekten beteiligen können. „Sobald eine Idee da ist, sollen sich die Bürger bereits beteiligen und nicht erst, wenn schon alles durchgeplant ist. Das sorgt für Frustration, wir wollen das Wissen in der Bevölkerung nutzen“, sagt Daniel Gardemin, stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Sein Vorschlag: Eine digitale Plattform, auf der sich die Anwohner und Betroffene schon sehr früh über Projekte wie Straßensanierungen oder den Spielplatzneubau informieren und ihre Vorstellungen preisgeben können. Letztlich entscheidet aber die Politik. „Aber so ist es eher gegeben, dass die Politik nicht mehr gänzlich an den Interessen der Bürger vorbeientscheidet“, sagt Gardemin.

Von Sascha Priesemann

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