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Meine Stadt Polizei sucht Grapscher-Trio
Hannover Meine Stadt Polizei sucht Grapscher-Trio
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19:11 30.04.2019
Tatort Straßenbahn. In der Linie 1 wurde eine 19-Jährige sexuell belästigt. Quelle: Kutter
Hannover

Zu einem sexuellen Übergriff in einer Stadtbahn am frühen Samstagmorgen sucht die Polizei weiterhin Zeugen. Gegen 0.10 Uhr hatten drei Männer im Alter von etwa 20 Jahren eine 19-Jährige in der Stadtbahnlinie 1 auf der Höhe der Haltestelle Langenhagen-Zentrum heftig belästigt. 

Das Trio hatte die Frau in der Bahn angesprochen und sie genötigt bis zum Endpunkt an der Theodor-Heuss-Straße weiterzufahren. Dort drängten sie die 19-Jährige nach draußen, fassten ihr in den Schritt und ans Gesäß, bevor sie aus Angst vor Passanten Richtung Einkaufszentrum Osttor flüchteten.

Überwachungsvideo: Polizei soll rechtzeitig nachgefragt haben

Überwachungsvideos aus der Stadtbahn existieren leider nicht. Allerdings aus einem anderen Grund, als zunächst angegeben. So hieß es laut Üstra am Montag, die Polizei hätte nicht nach Aufnahmen gefragt und sie seien daraufhin dem üblichen Löschverfahren nach 24 Stunden zum Opfer gefallen. Diese Aussage bestritt die Polizei jedoch – woraufhin die Üstra nun zurückruderte. „Eine nochmalige Überprüfung in unserem Haus hat ergeben, dass die Polizei sehr wohl rechtzeitig nachgefragt hatte“, räumte Üstra-Sprecher Udo Iwannek am Dienstag ein. „Allerdings hatten wir auch zuvor gar keine Videoaufzeichnung von dem Vorfall, weil nicht alle Bahnen mit der entsprechenden Technik ausgestattet sind – etwa einige Exemplare des TW 6000, TW 2500 oder TW 2000.“ Bei dem betroffenen „Silberpfeil“ der Linie 1 habe es sich um eine solche Bahn gehandelt.

Fast nur unterirdische Haltestellen werden überwacht

Auch an der Haltestelle, an der das Trio die Frau begrapschte, werden keine Aufnahmen gemacht. „Überwacht werden nur die unterirdischen Stationen und die am Stadion“, erklärt der Üstra-Sprecher. Diese Aufnahmen werden allerdings automatisch nach 48 Stunden gelöscht – die Videos aus den Bahnen bereits nach 24 Stunden. Eine Praxis, die im Einzelfall immer wieder für Kritik sorgt. Iwannek erklärt: „Wir löschen die Aufnahmen wegen einer entsprechenden Auflage des Datenschutzbeauftragten des Landes von 2006. Eine Änderung dieser Auflage ist nicht in Aussicht.“

Die Polizei bittet daher dringend Zeugen, die die Übergriffe in der Bahn beobachtet oder die drei Männer (etwa 20 Jahre alt, dunkel gekleidet, südländische Erscheinung) am Tatort gesehen haben, sich unter Telefon 0511 / 109 42 15 zu melden.

Von Simon Polreich

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