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Meine Stadt 30 Vermummte stürmen Wettbüro – was steckt hinter dem Überfall?
Hannover Meine Stadt 30 Vermummte stürmen Wettbüro – was steckt hinter dem Überfall?
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18:59 04.11.2019
Überfall: Dieses Wettbüro wurde gestürmt – der Schaden geht in die Tausende, sagt der Geschäftsführer. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Sonnabend gegen 18.30 Uhr am Steintor: Etwa 30 vermummte Männer stürmen mit Schlagstöcken und anderem gefährlichen Schlagwerkzeug ein Wettbüro, verletzen zehn Menschen leicht und stürmen dann in verschiedene Richtungen davon – diese Gewalttat gibt der Polizei noch immer Rätsel auf.

War es ein Racheakt, eine Schutzgelderpressung? Oder gar ein rassistischer Überfall von Geschäftsleuten mit türkischem Migrationshintergrund auf afrikanischstämmige Männer, die dann ins Wettbüro flüchteten, wie der 39-jährige deutsche Geschäftsführer des Wettbüros „Bet 3000“ der NP sagte? Vier Männer, ein Deutscher mit Migrationshintergrund, zwei Türken und Libanese, wurden noch am Samstag in Tatortnähe mit Schlagwerkzeugen gefasst.

„Der Kuchen wird kleiner, der Druck größer“

Insider vermuten, dass es um Drogengeschäfte ging, die angeblich im oder nur im Umfeld von Wettbüros stattfinden. Das kann sich auch CDU-Bezirksbürgermeisterin Cornelia Kupsch vorstellen. „Unser Bezirksrat hat mit Blick auf die Spielsuchtgefahr dafür gesorgt, dass sich die Wettbüros und Spielhallen im Bezirk nicht ungehemmt ausbreiten.“ Dadurch würde „der Kuchen kleiner“.

Jaffem Fadel (24), Moussa Diallo (22) und Mubarak Sidig (31) sind bei dem Angriff am Samstag verletzt worden. Quelle: Christian Behrens

Kupsch ist eine realistisch denkende Frau, die einschätzen kann, dass mit härteren Bandagen gearbeitet werden kann, wenn es um fette Gewinne geht. „Es wird dort ja nicht Mensch-ärgere-dich-nicht gespielt“, sagte sie der NP. „Wenn der Kuchen kleiner wird, wird eben auch der Druck größer.“

Es sei kein Geheimnis, dass es möglich sei, dass im Umfeld von solchen Spielstätten eben auch mit Drogen gedealt würde. Der Überfall könnte eine Warnung – an welche Adresse auch immer – gewesen sein. „Vielleicht steckt da jemand seine Claims ab.“

Angreifer mit Schlagstöcken und Messern

Ausbaden mussten die Warnung auf jeden Fall zehn Menschen, unter anderem die drei aus Afrika geflüchteten Männer Mubarak S. (31), Jaffem F. (24) und Moussa D. (22), die bereits vor dem Wettbüro auf der Straße angegriffen wurden, wie sie der NP erzählten. „Die Angreifer hatten auch Messer dabei“, sagte Jaffem F., dem ein Mittelfinger gebrochen worden war.

Der lieber anonym bleibende Geschäftsführer von „Bet 3000“ hat mir zerstörten Stühlen, einem kaputten Fernseher und vermutlich mehreren tausend Euro Schaden zu kämpfen. „Es war aber gegen 18 Uhr, Haupt-Fußballzeit am Samstag. Das waren schon drei bis vier Stunden, in denen wir keine Wetten annehmen konnten. Das geht auch in die Tausende“, rechnet er vor.

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Von Petra Rückerl

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