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Meine Stadt Hannover: Urabstimmung bei Gilde Ende November?
Hannover Meine Stadt Hannover: Urabstimmung bei Gilde Ende November?
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17:27 09.11.2019
SAUER: Von Mittwoch auf Donnerstag vergangener Woche waren die Gilde-Mitarbeiter für 16 Stunden in den Warnstreik getreten. Die Arbeitgeberseite hat sich noch nicht bewegt. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Der Zoff bei der Gilde-Brauerei geht weiter, die Belegschaft ist offenbar stinksauer über die anhaltende Verweigerungshaltung der Geschäftsführung, sich auf Tarifverträge zu einigen. Erst Ende der Woche waren sie in einen 16-stündigen Warnstreik getreten. Bewegt hat sich auf Arbeitgeberseite aber offenbar nichts.

Am Sonnabend trafen sich die in der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) organisierten Gilde-Mitarbeiter zu einer Mitgliederversammlung, in der das weitere Vorgehen besprochen werden sollte. Die Zeichen stehen auf Sturm.

Aufgestoßen sei vielen insbesondere das Verhalten des Geschäftsführers Karsten Uhlmann, der am Freitag nach dem Warnstreik offenbar im Betrieb versucht habe, auf Mitarbeiter in Einzelgesprächen einzuwirken, berichtete NGG-Sprecherin Lena Melcher. „Er hat sich seit einem Jahr auf keiner Betriebsversammlung sehen lassen, und nun kommt er vorbei und führt Einzelgespräche“, wundert sie sich. „Die Kollegen haben ihm geantwortet, dass er, wenn er Gespräche sucht, mit der Gewerkschaft reden solle.“

Die Stimmung ist kämpferisch

Geklärt wurde auf der Mitgliederversammlung insbesondere die Frage einer Urabstimmung über einen regulären Streik. „Die Stimmung ist definitiv kämpferisch“, so Melcher. „Wir sind mit dem Auftrag raus gegangen, eine Urabstimmung vorzubereiten.“ Die würde wahrscheinlich Ende November stattfinden können.

Vorher aber gehen die Protestveranstaltungen weiter. Am Montag, dem 11. November, findet um 17 Uhr ein großer Solidaritäts-Laternenumzug um die Gilde Brauerei statt. „Wir hoffen auf weitere öffentliche Unterstützung.“ Solidarisch erklärt haben sich bereits die Fraktionen der SPD in Rat und Bezirksrat sowie der SPD-Ortsverein Südstadt-Bult, ebenso der grüne OB-Kandidat Belit Onay.

Streit um Tarifvertrag seit drei Jahren

Die Belegschaft fordert einen einheitlichen Tarifvertrag für alle Beschäftigten der Brauerei, sowie Tarifverträge zur Altersvorsorge und über Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Der Streit darüber läuft bereits seit 2016. In der Anfangszeit nach der Übernahme durch den neuen Eigentümer hatte die Gewerkschaft sogar noch Verständnis für den tariflosen Zustand. „Jetzt aber läuft das Geschäft“, betonte Melcher. Dennoch will die Arbeitgeberseite nach Angaben von Anfang Oktober zunächst einmal die Brauerei umstrukturieren – und erst dann weiter verhandeln. Gilde schreibe seit Jahren Verluste.

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