Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Hannover: Geburtstagsempfang für Gerhard Schröder
Hannover Meine Stadt Hannover: Geburtstagsempfang für Gerhard Schröder
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:17 24.04.2019
Gerhard Schröder und seine Gattin Soyeon Schröder-Kim neben OB Stefan Schostok.
Gerhard Schröder und seine Gattin Soyeon Schröder-Kim neben OB Stefan Schostok. Quelle: Cvjetkovic
Anzeige
Hannover

Mit seinem Altern hadern? Diesem Verdacht muss sich Gerhard Schröder (75) offensichtlich ganz und gar nicht stellen. Braungebrannt, das Haar nach hinten gekämmt und im modischen, hellblauen Anzug – übrigens Ton in Ton mit seiner Ehefrau Soyeon Schröder-Kim (49) – und mit herzlichem Lachen auf dem Gesicht: So erschien der Altkanzler am Mittwochvormittag im Neuen Rathaus.

Hier wurde für ihn anlässlich seines 75. Geburtstag (hatte er bereits am 7. April) ein feierlicher Empfang abgehalten, zu dem Stefan Schostok (54) eingeladen hatte. „Die Kanzlerstadt wünscht dir alles Gute, vor allem Gesundheit“, sagte der Oberbürgermeister, der während der Feierstunde selbst in den Fokus der anwesenden Journalisten geriet. Es war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Hannover in der Rathaus-Affäre Anklage erhoben hat.

Im Hodlersaal kamen etwa 100 Gäste zusammen, die ab zehn Uhr nach und nach im Rathaus eingetrudelt waren.Einer der ersten war Markus Lüpertz (77). Der Künstler wollte der NP zwar nicht verraten, was er dem Jubilar geschenkt hatte („zu privat“), dafür aber, dass Schröder „ein Freund und ein großer Mann“ ist. Nur Augenblicke später schritten Marita (58) und Bruno Bruni (83) die mächtigen Rathaustreppen zum Empfang empor. Während die Gattin des Malers Schröder „Glück und Liebe“ wünschte, grinste Bruni: „Ich wünsche ihm keine Scheidung mehr.“ Wie die meisten der anderen Gäste kamen die Brunis Schröders Wunsch nach, auf Geschenke zu verzichten und lieber einen Betrag an das Kinderheim im Limmer zu spenden. Was die Leiterin Kathrin Oldenburger (54) sehr freute. Sie hatte einen von den Kindern gebastelten Kanzlerteller dabei und erklärte: „Sie laden den Altkanzler zum Essen bei uns ein.“

So feierten die geladenen Gäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft mit Altkanzler Schröder.

Bei ihm dürfte wegen der Feierlichkeit die eigene Küche kalt geblieben sein: Alfons Schuhbeck (69) reiste aus München an. „Ich hoffe, dass Gerhard Schröder gesund, dynamisch und lebenslustig bleibt“, sagte der Star Koch der NP. Was sagt er denn dazu, dass sich der Altkanzler in letzter Zeit dank seiner Ehefrau etwas gesünder ernährt? „Die östliche Küche ist eine ganz herrliche“, so Schuhbeck lachend – Schröders Gattin stammt ja aus Südkorea. „Und wenn er mit zwei Glaserl Wein durchkommt, schadet das auch nicht“, spielt er auf ein Interview mit Soyeon Kim-Schröder an, in dem sie kürzlich gesagt hatte, dass ihr Mann ihr zuliebe weniger trinken will. Angestoßen wurde aus gegebenem Anlass sicher trotzdem.

Unternehmer Dirk Roßmann (72) erschien – eigentlich wie immer – an der Seite von 96-Boss Martin Kind (74) und dessen Ehefrau Renate. „Ich wünsche ihm, dass er noch viele Jahre an der Seite von Soyeon ein glücklicher Mensch ist“, so Roßmann, der seit langem eng mit dem SPD-Politiker befreundet ist – mit Scorpions-Frontmann Klaus Meine (70, kam mit Gattin Gabi), dem russischen Honorarkonsul Heino Wiese (66) und Neurochirurg Madjid Samii (81) sitzen sie oft gemeinsam bei den Heimspielen von Hannover 96 im Stadion. Die Laudatio auf das Geburtstagkind hat übrigens Samii gehalten – ohne Manuskript, wie er betonte: „Entweder ich kenne jemanden oder ich kenne jemanden nicht. Und wenn ich jemanden kenne, wozu dann ein Manuskript?“, so der 81-Jährige. Er trägt Schröder „in meinem Herzen und als Hirnforscher auch in meinem Hirn.“

Der Mediziner, der es als „großartig“ empfand, ausgewählt worden zu sein, als einer von gut 550 000 Hannoveranern die Laudatio halten zu dürfen, nannte sich deshalb „Vertreter des Volkes“ und skizzierte den Lebensweg Schröders. Und versprach am Ende, beim nächsten Mal nicht so lange zu reden. Aber: „Mir lag es am Herzen, deine Person als eine Ausnahmepersönlichkeit unseres Landes auf vielen Ebenen vorzustellen.“

Kurze Dankesrede

Das gefiel dem Gefeierten ebenso wie die musikalische Untermalung des Empfangs durch den Mädchenchor der Stadt und Studenten der Musikhochschule („Die Musik war das, was Aufbruch bedeutet“). Aufmerksam verfolgte Schröder das Programm an der Seite seiner Frau, die ihn hin und wieder zärtlich in die Seite buffte, sie lachten oft gemeinsam über Anekdoten. „Es war wirklich ganz schön, was ich gehört habe“, so Schröder in seiner kurzen Dankesrede. „Es war allenfalls etwas übertrieben. Das Meiste war aber richtig.“

Gäste begeistert von Koreanisch-Kenntnissen

Und die koreanischen Gäste, darunter etwa der südkoreanische Botschafter Bum Goo Jong, überraschte er dann mit einem markanten „An-nyeong-ha-se-yo“. Auch die anderen Gäste waren begeistert von seinen Koreanisch-Kenntnissen. Nur Schröder winkte ab: „Das bedeutet nur ,Guten Tag’.“Sein Tag ging nach einem kräftigen Applaus weiter bei einem kleinen Umtrunk in der Ratsstube, ohne die Öffentlichkeit. Im Anschluss feierte der 75-Jährige in kleinem Kreise noch im Restaurant Chois an der Lister Meile. Hier wurde ein Festtagsmenü aufgetischt: Es gab Pfannkuchen mit Meeresfrüchten und solche mit Kimchi, Glasnudeln, koreanisches Hühnchen in scharfer Sauce, außerdem die traditionelle Speise Bibimbap sowie Reiskuchen-Dessert.

Und auch hier war das Musikprogramm umfassend, Studenten der Musikhochschule spielten Stücke wie „O sole Mio“ und das koreanische Volkslied „Gyeongbokg ung Taryeong“. Genau wie die Einladungskarten zur Hochzeit im vergangenen Jahr, zierte ein Goethe-Zitat die Menükarte: „Greift nur hinein ins volle Menschenleben! Ein jeder lebt’s, nicht vielen ist’s bekannt, und wo Ihr’s packt, da ist’s interessant.“

Von Mirjana Cvjetkovic