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Meine Stadt Gastro-Pavillon um 70 Zentimeter tiefer gelegt
Hannover Meine Stadt Gastro-Pavillon um 70 Zentimeter tiefer gelegt
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17:51 28.03.2019
JETZT PASST ES: Der Schlossküchen-Pavillon endet in der Höhe nun knapp unterhalb der Begrenungshecke. Um 70 Zentimeter in der Höhe abzunehmen, hat es zwei Jahre gedauert.
JETZT PASST ES: Der Schlossküchen-Pavillon endet in der Höhe nun knapp unterhalb der Begrenungshecke. Um 70 Zentimeter in der Höhe abzunehmen, hat es zwei Jahre gedauert. Quelle: Wallmüller
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HANNOVER

Der Pannen-Pavillon hinter der Schlossküche kann nun doch öffnen – zwei Jahre nach seiner Stilllegung durch die Stadt Hannover vor Beginn der Sommersaison 2017. Die 70 Zentimeter, um die die Gastrostation im Biergarten zu hoch gebaut wurde, hat die Eigentümerin der Schlossküche inzwischen zurückgebaut, so dass der Pavillon jetzt nicht mehr die 2,85 Meter hohe Begrenzungshecke überragt. Aus denkmalschutzrechtlichen Gründen durfte der Pavillon nämlich nicht höher sein als die Hecke, deshalb die behördliche Stilllegung vor zwei Jahren.

Rustikales auf der „Bude“ ab der Osterwoche

„In der Woche vor Ostern, spätestens aber an Ostern hat der Pavillon geöffnet“, verspricht Ronald Clark, der Gartendirektor der Herrenhäuser Gärten. Der Pavillon, vom Gartendirektor inoffiziell Königskantine genannt, heißt dann schließt „Die Bude“. In der Bude gibt es dann Rustikales wie „Fisch & Chips“, „Backfisch vom Nordseelachs“, Burger oder Kalbsbratwurst vom Grill sowie gezapftes Bier, Wein und Softdrinks – als Alternative zur feineren Restauration in der Schlossküche. Essen und Trinken bietet „Die Bude“ ab Anfang/Mitte April zu den allgemeinen Öffnungszeiten der Herrenhäuser Gärten an und vor allem zu den Veranstaltungen wie dem Feuerwerkswettbewerb oder dem Kleinen Fest. Zu Veranstaltungen wurden die Besucher in der Vergangenheit aus Zelten heraus gastronomisch rustikal versorgt.

FEHLPLANUNG: Der Schlossküchenpavillon war zu hoch gebaut worden und überraget verbotenerweise eine Begrenzungshecke. Quelle: Petrow

Innenraumhöhle des Pavillons abgesenkt

Den Pavillon hatte die Eigentümerin der Schlossküche HVGG (Tochter der VGH-Versicherungen) neu bauen lassen. Dass der Leichtbau damals die Begrenzungshecke unerlaubterweise um 70 Zentimeter überragte, lag schlicht an einem Planungsfehler – der Betonsockel war zu hoch. Damit die Gastrostation im Biergarten nicht von Grund neu gebaut werden musste, wurde beim Aufbau an Höhe gespart: „Zum einen ist die Innenraumhöhe durch Absenken der Decke vermindert worden, zum anderen wurde der darüber liegende Hohlraum für die Lüftungsanlage effizienter ausgenutzt und dadurch verkleinert. Beides natürlich in zulässigem Maße und ohne Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit“, so VGH-Sprecher Christian Worms. Ergebnis: „Die Gesamthöhe des Pavillons konnte so reduziert werden, dass sie nun im Einklang mit dem Denkmalschutz in den Herrenhäuser Gärten steht.“ Was diese Nachbesserung gekostet hat, wollte die VGH nicht sagen.

Dass es von der Stilllegung über die Nachbesserung bis zur Inbetriebnahme der „Bude“ zwei Jahre gedauert hat, ist ein weiteres Phänomen, das sich wohl vornehmlich mit der langen Genehmigungsfrist bei der Stadt Hannover als mit der Komplexität des Vorhabens erklären lässt. Dazu äußern wollte sich jedenfalls niemand.

Von Andreas Voigt