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Meine Stadt Hannover: Freiwilligenzentrum wird 20 Jahre
Hannover Meine Stadt Hannover: Freiwilligenzentrum wird 20 Jahre
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17:17 12.07.2019
Winke-Winke: Das Freiwilligenzentrum grüßt zum 20. Geburtstag. Quelle: Wallmüller
Hannover

Man kann auch einfach Zahlen sprechen lassen: 8000 Freiwillige, die in den vergangenen 20 Jahren ins Engagement gebracht wurden. 10 000 sollen es bis 2024 werden. Sechs Festangestellte in Voll- und Teilzeit, in Befristung oder mit unbefristeten Vertrag, die sich um aktuell 500 Ehrenamtliche in den eigenen Projekten kümmern. Davon 18 Ehrenamtliche, die die Beratung für willige Freiwillige übernehmen, 620 Organisationen und Einrichtungen, in die Ehrenamtliche vermittelt werden. Man kann auch sagen: Das Freiwilligenzentrum in der Karmarschstraße über dem Üstra-Kundencentrum hat einen echten Markenkern, so ihr Vorstandsvorsitzender Jürgen Gundlach. Oder: „Das Freiwilligenzentrum ist ein Leuchtturm der Stadt“, so Geschäftsführerin Almut Maldfeld.

Recht haben sie beide. Wer sich umsonst, freiwillig und engagiert für andere oder anderes einsetzen will, kommt in Hannover am Freiwilligenzentrum kaum vorbei. Vermittler, Netzwerk, Treffpunkt für Interessierte und auch für Menschen, die auf freiwillige Helfer angewiesen sind – Jürgen Gundlach spricht vom „Kompetenzzentrum für freiwillig tätige Bürger“

„Kompetenzzentrum für freiwillig tätige Bürger“.

Das war von vornherein auch so geplant, als sich zunächst 1997 ein paar Leute von Wohlfahrtverbänden und Gewerkschaften, Bildungsvereinen, Stadt und Sport zusammentaten und überlegten, wie man das Ehrenamt denn künftig fördern könnte. Zwei Jahre später, am 5. Juli 1999, wurde der Verein „Freiwilligenzentrum Hannover“ gegründet, damals noch in der Hausmannstraße (Mitte) mit einer Halbtagstelle für die Leitung, die von vier Freiwilligen unterstützt wurde. Die ersten eigenen Projekte bezogen sich vornehmlich auf das ältere Publikum: „Besucher auf vier Pfoten“ (den Hunde-Besuchsdienst für Senioren gibt es bis heute), Seniortrainer, Umweltsenioren, aber auch die Hausaufgabenhilfe für Schüler. „2006 mit dem Umzug in die Karmarschstraße bekamen wir größere Räumlichkeiten, waren mitten in der Stadt und konnten auch mehr Projekte initiieren“, so Maldfeld, die seit 2014 Geschäftsführerin ist. Übrigens erst die zweite in 20 Jahren, Ingrid Ehrhardt war 2013 verstorben.

Die Projekte sind aus Hannover nicht mehr wegzudenken. Die „Ausbildungspaten“ bringen junge Leute nach der Schulausbildung in Lohn und Brot, am „Social Day“ beteiligen sich Mitarbeiter verschiedener Unternehmen, Betriebe und Behörden, das „Kulturleben Hannover“ beschert Bürgern kulturelle Highlights, die sich Tickets kaum leisten können, „Zweieinander“ bringt geflüchtete Menschen mit Hannoveranern zusammen, der „Sprachzauber“ in Kooperation mit der Bürgerstiftung hilft Kita-Kindern, ihre sprachlichen Fähigkeiten zu entdecken. Insgesamt neun Projekte laufen zur Zeit, gesponsert werden sie unter anderem von Stadt und Land sowie weiteren Förderern wie Stiftung Sparda-Bank, Concordia Stiftung, VHV-Stiftung oder auch der Lotto-Sport-Stiftung.

„Ohne Hauptamt kein Ehrenamt

Und dann sind ja noch die Bürger da, die gern etwas tun möchten – doch nicht so genau wissen, in welchem Bereich. Arbeit mit Kindern oder Senioren? Mit Kranken und Behinderten? Mit Tieren oder doch lieber Kunst? „Jede Person geht mit zwei bis drei Empfehlungen nach einem Beratungsgespräch hier raus“, sagt Almut Maldfeld. „Wir sind so etwas wie die Arbeitsagentur für Freiwillige“, meint Jürgen Gundlach. Aber: „Ohne Hauptamt kein Ehrenamt“, ist Maldfelds Devise. Es gelte ja nicht nur, Freiwillige ins Ehrenamt zu vermitteln, man müsse auch eigene Projekte planen und organisieren, Sponsoren finden, Spendengelder generieren. „Die Verwaltung muss funktionieren, die Buchführung laufen. Wir machen auch Qualitätsmanagement, lassen alle drei bis fünf Jahre überprüfen, ob unsere Arbeitsgänge professionell sind“, erzählt die Geschäftsführerin.

Und wie geht es weiter? Es geht weiter, das ist klar. „Wir brauchen eine stabile Finanzierung und möglichst eine erhöhte Finanzierung“, so Maldfeld. „Und wir brauchen noch mehr Menschen, die erleben, das Ehrenamt etwas positives ist und man richtig viel zurückkriegt.“ Denn ohne Freiwillige „wäre Hannover nicht so lebens- und liebenswert“, so Gundlach. Beide haben Recht.

Lust aufs Ehrenamt?:www.fwzh.de

Von Petra Rückerl

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