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Meine Stadt Hannover: Folkiges Wohnzimmerkonzert mit George Ezra
Hannover Meine Stadt Hannover: Folkiges Wohnzimmerkonzert mit George Ezra
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09:26 08.05.2019
Leinwände und Lampions: Der britische Sänger George Ezra verwandelt die Tui-Arena. Quelle: Fotos: Behrens
Hannover

Für eine Art kuscheligen Folk-Blues-Pop ist ein Wohnzimmerkonzert die höchste Form der Darbietung. Schummrige Lampen, geschnitzte Möbel, Topfpflanzen – das passt ganz gut zum heimeligen Klangbild von Akustikgitarre und Ohrwurm-Melodien. Nun ist George Ezra aber ein Popstar und deswegen sein Wohnzimmer, was er in die Tui-Arena mitgebracht hat, etwas beeindruckender: Dutzende Lampions hängen über den Stehplätzen, Leinwände, groß und geformt wie Kirchenfenster, im Hintergrund.

Zur Dekoration auf der Bühne gesellt sich die siebenköpfige Band inklusive Bläser-Arrangement. Ein wenig hat Ezra die 7500 Fans warten lassen, mit „Don’t Matter Now“ ist das Thema aber abgehakt: Ezras breite, tiefe Stimme schwebt durch die Halle, schnell klatscht der Saal mit und zu „Hold My Girl“ gehen dann auch die Laternen auf und ab. „Wir spielen ein paar Songs, wenn das okay für euch ist“ — nicht, bevor Ezra Hannover von seiner Couchsurfing-Reise erzählt, auf der das zweite Album entstand.

7500 Fans waren begeistert: George Ezra hat sein Wohnzimmer in der Tui-Arena eingerichtet.

Von Barcelona nach Budapest

Der 25-jährige Blues-Fan aus Hertford im Speckgürtel Londons entschied sich eines Tages einfach, mit einem „Big Voice“ zu singen, seitdem ist er so etwas wie eine Pop-Hoffnung des jungen Großbritanniens, mit Podcast („George Ezra & Friends“), Platin-Alben und internationalen Hit-Singles. „Paradise“ ist eine davon, vorher erzählt der Sänger eine Anekdote aus Kalifornien, was den Song inspirierte: Überhaupt singt Ezra viel über das Urlaub machen, das passt zum nahbaren Gesamtkonzept: Mit dem Folk-Wunderkind im Sonderabteil von „Barcelona“ nach „Budapest“.

Wie ein Kurzurlaub

Auf der Reise erlebt man ein ambitionierteres Konzert, als Ezras Airplay vermuten lassen würde. Luftige Bläser-Parts, wie man sie aus der Sgt. Pepper-Ära der Beatles kennt, bisweilen loungig-elektronische Perkussion, ab und zu mogelt sich eine kalkulierte Mitgeh-Nummer unter die Mischung: „Pretty Shining People“, diese Ode an die Liebe hat die Halle schnell gelernt und gesungen, während der Frontmann sich zurückhält. „Saviour“ hat dagegen einen monumentalen Sound, Stoner-Gitarre und Ezras Organ füllen den Saal, das anschließende „Did You Hear The Rain“ möchte an den erwachsenen Indie-Sound á la Arctic Monkeys anknüpfen. Obwohl diese Melange aus 50 Jahren britischer Musikgeschichte gut gelingt, freuen sich 7500 deutlich am lautesten — na klar — über die Hits.

Der unscheinbare Ezra, den vielleicht nicht mal alle Fans auf der Straße erkennen würden, führt derweil mühelos durch das Konzert. Im britischen Mittelstands-Dialekt kommt auch der sprachliche Charme wie von selber: „I’d like to share a story with you now“, da verstummt der Saal. Ezra spricht langsam und bedächtig mit dem Publikum wie mit einem Austauschschüler — die Song-Hintergründe sollen an niemanden vorbeigehen, ein „I hope you enjoy it“ leitet fast jede Nummer ein. Etwa anderthalb Stunden verfliegen wie ein Kurzurlaub, da kommt schon das tanzbare „Cassy’o“ aus den Boxen. Den Superhit „Shotgun“ sparen sich Ezra und Band als letzte Zugabe auf, laut wird der Sommerhit mitgesungen – raus aus dem Wohnzimmer, rein in das Cabrio.

Von Lilean Buhl

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