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Meine Stadt Hannover: Familien leben in der Stadt besser als im Umland
Hannover Meine Stadt Hannover: Familien leben in der Stadt besser als im Umland
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14:58 10.01.2019
ATTRAKTIV: Hannover, hier der Maschsee vor dem Hintergrund des Rathauses, hat für Familien etwas mehr zu bieten als die Umlandgemeinden. Quelle: Dröse
Hannover

Die seit längerer Zeit positive Bevölkerungsentwicklung in Hannover legt es eigentlich schon nahe, dass die Lebensqualität in der Stadt insbesondere für Familien hoch ist. Zwar wächst auch das Umland, doch gibt es dort gravierende Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden. Insgesamt schneidet das Umland hinsichtlich der Lebensqualität offensichtlich schlechter ab als die Stadt. Allerdings mit dem errechneten Wert von vier Prozentpunkten nur ein bisschen. Das hat jetzt eine umfangreiche Studie des Internetportals Betreut.de ergeben.

In der aktuellen Großstadt-Vorort-Analyse wurden die 15 größten Städte Deutschlands und ihre Umlandkommunen unter die Lupe genommen. Mithilfe umfangreichen statistischen Materials verschiedenster offizieller Quellen wurde untersucht, ob die jeweiligen Lebensbedingungen für Familien in der Stadt oder auf dem Land besser sind. In acht Fällen lebte es sich auf dem Land besser, im Raum Düsseldorf ist das Verhältnis ausgeglichen, aber siebenmal schneiden die Großstädte besser ab. Eben auch in der Region Hannover. Für den Vergleich berücksichtigt wurden die Umlandgemeinden Hemmingen, Ronnenberg, Seelze, Laatzen, Langenhagen, Gehrden, Garbsen, Isernhagen, Pattensen, Sehnde.

Höhere Beschäftigung

Der Vorteil der Stadt Hannover hat mehrere Gründe. Ein ganz wichtiger ist der Arbeitsmarkt, der in der Großstadt oftmals mehr Möglichkeiten bietet. Die Quote der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort ist in Hannover um 26 Prozent höher als im Umland. Dies ist insbesondere bei einem Arbeitsplatzwechsel nicht zu unterschätzen.

Vor allem aber die beachtlichen Investitionen der Stadt in den vergangenen Jahren in den Ausbau der Kinderbetreuung macht sich in der Statistik zur Lebensqualität positiv bemerkbar. Berufstätige Eltern profitieren von den besseren Betreuungsbedingungen in Hannover, sowohl in Tageseinrichtungen als auch durch private Betreuer. In der Stadt Hannover gibt es nicht nur mehr Kita-Plätze, sondern auch mehr Betreuer. Die Zahlen, mit denen die Studie arbeitet, stammen zwar aus 2017, und seitdem hat sich sowohl in Stadt und Umland einiges in Sachen Kita-Ausbau getan. An dem grundsätzlichen Unterschied hat sich jedoch nicht viel geändert. Gerade im Umland werden die Plätze knapp, was jedoch auch hier an einem eigentlich wünschenswerten Babyboom liegt.

Mehr Schulen

Bei der Schule hat die Großstadt den Vorteil der kurzen Wege, die Schuldichte ist um 86 Prozent höher. Allerdings ist die Schulqualität in den Umlandgemeinden offenbar um 13 Prozent besser, zumindest bezüglich der Kriterien, die der Studie zugrunde lagen: möglichst wenig Schulabgänger ohne Abschluss, eine Vielzahl an Abiturienten, eine hohe Übergangsquote von der Grundschule aufs Gymnasium und möglichst wenig Klassenwiederholungen.

Dass die Ärzteversorgung in der Großstadt zumindest quantitativ besser ist, ist kein Geheimnis. Auch bei Kinderärzten ist die Ärztedichte in Hannover doppelt so groß, wovon Familien nicht nur im Krankheitsfall, sondern auch bei Routineuntersuchungen profitieren – auch durch kürzere Wartezeiten.

Land punktet mit Natur

Doch Lebensqualität misst sich nicht nur an solchen, eher materiellen Gegebenheiten. Für Vororte wie Hemmingen, Ronnenberg und Seelze sprechen klar das ruhigere und beschaulichere Umfeld. Auch wenn Hannover als eine der grünsten Großstädte Deutschlands gilt, sind doch nur 42 Prozent der Gesamtfläche Natur, im Umland sind es 77 Prozent. Wer seine Kinder also in einer möglichst naturbelassenen Umgebung mit möglichst wenig Verkehr aufwachsen lassen möchte, fährt noch immer mit dem Landleben besser. Dort ereignen sich im Übrigen auch 27 Prozent weniger Verkehrsunfälle pro Kopf als im Stadtgebiet.

Positive Bedingungen, die auch noch günstiger zu haben sind. Denn die Mieten in den Vororten sind im Schnitt 13 Prozent, die Kaufpreise für Immobilien um 27 Prozent billiger, die Wohnfläche dagegen um 14 Prozent größer. Ein weiterer Vorteil ist die höhere Sicherheit. In den Vororten ereignen sich 78 Prozent weniger Straftaten pro Kopf als in Hannover.

Die Freizeitangebote unterscheiden sich dagegen nur minimal in ihrer Gesamtheit. Allerdings gibt es in den einzelnen Sparten erhebliche, wenn auch wenig überraschende Unterschiede. So gibt es in den betrachteten Umlandgemeinden 48 Prozent mehr Schwimmbäder pro Kind, dagegen in der Großstadt 49 Prozent mehr Kinos, 36 Prozent mehr Sportvereine und 6 Prozent mehr Spielplätze. Letztere braucht es auf dem Land wegen anderer Spielmöglichkeiten in der freien Natur aber vermutlich auch weniger.

Entscheidend ist das subjektive Empfinden

Wirklich entscheidend aber für die Lebensqualität dürfte das subjektive Empfinden der Menschen sein, was auch die Studie von Betreut.de im letzten Satz einräumt. Die Untersuchung bezieht sich ausschließlich auf statistische Daten, die Zustände zwar beschreiben, aber nicht viel über die subjektiven Wahrnehmungen aussagen können.

Die Studie: https://www.betreut.de/magazin/kinder/grossstadt-vs-vorort/ 

Die Hannover-Auswertung: https://www.betreut.de/magazin/kinder/grossstadt-versus-vorort-hannover/

Von Andreas Krasselt

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