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Meine Stadt Hannover: Familie nimmt Abschied von Annika B.
Hannover Meine Stadt Hannover: Familie nimmt Abschied von Annika B.
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20:02 05.12.2011
Die Gemeinde folgt dem Sarg der getöteten Annika B. zum Grab auf dem Stöckener Stadtfriedhof.
Die Gemeinde folgt dem Sarg der getöteten Annika B. zum Grab auf dem Stöckener Stadtfriedhof. Quelle: Elsner
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Hannover

Voll ist es in der Kapelle des Stöckener Stadtfriedhofes, bis auf ein leises Schluchzen dringt kein Laut durch die kühle Dezemberluft. „Es fühlt sich so leer an“, flüstert eine junge Frau ihrem Nebenmann zu, den Blick auf das Begleitheft der gestrigen Trauerfeier gerichtet. Das Heft zeigt ein Foto von Annika B. – von der Studentin und Mutter, die am 27. November in der Kohlrauschstraße (Mitte) nahe ihrer Wohnung mit Messerstichen getötet wurde.

Die Anteilnahme ist groß: Verwandte, Freunde und Bekannte bringen Blumen und Kränze, teilen Erinnerungen und Gedanken an die 20-Jährige. Mitglieder der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Walderseestraße, zu der auch Annika B. gehörte, gestalten die Trauerfeier musikalisch, mit Songs von Coldplay, Adele und James Morrison. Wie Pastor Anselm Moser in seiner Predigt herausstellt, habe der Glaube im Leben der jungen Frau eine herausragende Rolle gespielt: „Was kann denn schon passieren? Im schlimmsten Fall bin ich beim Herrn“, soll Annika B. am Abend der Tat zu ihrer Mutter gesagt haben, als diese sie bat, auf sich aufzupassen.

Moser richtet sein Wort auch an den Mörder: Er habe mit seiner Tat „gleich zwei Leben zerstört“, nicht nur das von Annika, sondern auch sein eigenes. Vor der Trauerfeier hatte sich Annikas Mutter Regina H. erstmals nach dem Tod ihrer Tochter an die Öffentlichkeit gewandt: „Die Frage nach dem Warum, die sich aufdrängen mag, ist für uns nicht wichtig“, sagte sie. „Selbst ein Erkennen der Hintergründe brächte uns unsere Tochter, unsere Schwester und unserem Enkelkind ihre Mutter nicht mehr wieder.“ H. bedankte sich bei der Polizei, bei der „großen Facebook-Gemeinde“, deren Einsatz sie als „wichtig und gut“ empfände, sowie für Anteilnahme und Unterstützung. Den Medien dankte sie für die „sensible“ Berichterstattung. In wenigen Tagen hätte Annika B. ihren 21. Geburtstag gefeiert, morgen wird ihre Tochter vier Jahre alt. Regina H. sagt: „Unser Leben wird nie mehr so sein, wie es einmal war.“ lz

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