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Hannover: Falsche Polizisten verlangen von Senioren hohe Kautionen

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17:46 18.02.2021
Vorsicht Anrufe: Falsche Polizisten rufen oft Senioren an, um sie abzuzocken.
Vorsicht Anrufe: Falsche Polizisten rufen oft Senioren an, um sie abzuzocken. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Hannover

Mit einer besonders perfiden Methode wollten falsche Polizisten am Mittwoch zwei Senioren übers Ohr hauen. Sie forderten Kautionszahlungen in Höhe von fünfstelligen Beträgen, um die Söhne der Männer vor dem Gefängnis zu bewahren. Das Amtsgericht Hannover, die Staatsanwaltschaft und die Polizeidirektion Hannover warnen dringlich vor dieser neuen Masche von Schockanrufen durch falsche Polizeibeamte.

Gegen 12 Uhr war ein 84-Jähriger aus Hannover von dem Betrüger angerufen worden. Der vermeintliche Polizist berichtet, der Sohn des Mannes hätte einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem ein Mensch ums Leben gekommen sei. Damit sein Sohn einer Haft entginge, sollte der 84-Jährige eine Kaution von mehreren Zehntausend Euro in bar vor dem Amtsgericht Hannover an einen Polizisten übergeben.

Hilfe am Servicepoint des Gerichts

Dabei erwähnte der Täter ausdrücklich, dass es sich bei seinem Anruf nicht um den als „Enkeltrick“ bezeichneten Betrugsvorwurf handele. Das wirkte offenbar so überzeugend, dass der Senior tatsächlich zum Amtsgericht ging. Im Gerichtsgebäude wandte er sich aber klugerweise an den dortigen Servicepoint. Der Justizbeamte erkannte sofort den Betrugsversuch und alarmierte die Polizei. Die Übergabe des Geldes konnte verhindert werden.

Schon etwas vorher, gegen 10.30 Uhr, hatte ein 88-Jähriger aus Isernhagen einen ganz ähnlichen Anruf erhalten. Auch in diesem Fall ging es um einen vermeintlich tödlichen Verkehrsunfall und die Übergabe einer hohen Kautionssumme ebenfalls vor dem Amtsgericht. Der Senior rief jedoch seinen Sohn an, um sich zu erkundigen, was an der Sache dran sei. Der klärte ihn auf und verständigte die Polizei.

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In beiden Fällen wird nun wegen versuchten gewerbsmäßigen Betrugs ermittelt. Amtsgericht, Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion weisen aber nachdrücklich darauf hin, dass keine der Behörden Zahlungen per Telefon einfordere, und schon gar keine Übergaben von Bargeld außerhalb der eigenen Räumlichkeiten. Das Amtsgericht betreibt einen extra eingerichteten Servicepoint, welcher bei Fragen zu möglichen Zahlungen zurate gezogen werden kann.

Informationen zu den vielfältigen Betrugsmaschen, mit denen insbesondere ältere Menschen über den Tisch gezogen werden sollen, vermitteln die Kontaktbeamtinnen oder Kontaktbeamten der örtlichen Polizeidienststelle aber auch die zuständigen Präventionsteams der Polizeiinspektionen Burgdorf, Garbsen und Hannover.

Von Andreas Krasselt