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Meine Stadt Erster Männerflohmarkt in Linden
Hannover Meine Stadt Erster Männerflohmarkt in Linden
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11:54 22.07.2019
Halten sich ans Motto: Marco und Angela haben einen Stand beim Männerflohmarkt – deswegen muss Angela einen angeklebten Bart tragen. Quelle: Behrens
Hannover

Eigentlich ist Linden ja für Offenheit, Toleranz und Gleichberechtigung bekannt. Umso erstaunlicher, dass am Sonnabend an den Docks des Lindener Hafen zum ersten Mal ein Flohmarkt stattgefunden hat, der nur für Männer gedacht ist.

Dass das Ganze mit Augenzwinkern gemeint ist, wird natürlich schnell klar: In der Ankündigung heißt es, dass Frauen auch einen Stand haben dürfen, aber „nur mit angeklebtem oder angemaltem Bart“. Das hat Angela aus Hannover wörtlich genommen und verkauft mit ihrem Mann Marco jede Menge gebrauchter Sachen: „Vom Tippkickspiel, über Cappys und Anzüge bis zu Büchern haben wir alles dabei“, sagt Marco – schließlich muss zu Hause auch mal Platz geschaffen werden. Und nach einer Stunde sind die beiden schon zufrieden: „Die Standmiete haben wir schon drin!“ Glück gehabt – denn das anrückende Gewitter drohte schon, dem Flohmarkt ein jähes Ende zu bereiten.

Star-Wars-Fans kommen auf ihre Kosten

Ein Lego-Spezialist ist Martin aus Hannover. Der Hobby-Fotograf, der auch gerade Bilder im Kulturzentrum Faust ausstellt, hat einige Lego-Star-Wars-Sets mitgebracht sowie Dutzende Figuren aus der Saga: „Früher habe ich das gesammelt, jetzt verkaufe ich das meiste nach und nach.“ Zwischen zehn und 50 Euro kosten die Sets, darunter ein X-Wing-Modell oder ein zweibeiniger AT-ST. Doch seinen größten Schatz verkauft er nicht: „Meinen Imperium Falcon habe ich zu Hause gelassen“, sagt Martin über das legendäre Raumschiff von Han Solo.

Hat lange gesammelt: Star-Wars-Fan Martin verkauft einige seiner Schätze auf dem Flohmarkt.

Auch die Frauen haben was zu gucken

Viele Männer, aber auch einige Frauen zieht das Event am Lindener Hafen an. Schließlich kann man ja auch als Frau hier schöne Dinge finden. Längst ist klar, dass Konsolenspiele oder Technik-Gadgets unisex sind. Sabrina zum Beispiel hat einen Film gefunden: „Kill Bill – den hab ich schon immer gefeiert,“ sagt die Lindenerin.

Das wird auch am Stand von Marco deutlich: Hier verkauft er Messer, große Taschenlampen oder auch alte Super-Nintendo-Spiele. Wobei er gestehen muss: „Die sind von meiner Frau!“ Auch sie hätte sich wohl einen Bart heute angeklebt und mitgeholfen beim Verkaufen: „Aber sie ist leider krank zu Hause“, sagt ihr Mann.

Gut ausgerüstet: Marco verkauft an seinem Stand Bestände aus seiner Messersammlung und Konsolenspiele von seiner Frau. Quelle: Behrens

Viel Aufmerksamkeit bekommt er für seine Messer-Sammlung. „Meine Frau hat gesagt: Bevor ich neue kaufen darf, muss ich mich von welchen trennen.“ Und so hat er rund ein Dutzend Messer in seiner Auslage liegen – von 15 bis 200 Euro. Das gefällt den Männern. Und vielleicht gibt es ja demnächst schon eine neue Auflage vom Männerflohmarkt – oder einen Frauenflohmarkt.

Von Janik Marx