Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Hannover: Erste soziale Start-Ups vorgestellt
Hannover Meine Stadt Hannover: Erste soziale Start-Ups vorgestellt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:22 27.02.2019
Junge Gründerin für Senioren: Iuliana Adina Apostol und ihre Mitstreiter möchten mit Hilfe der virtuellen Realität ältere Mitmenschen am Leben ihrer Familienangehörigen in anderen Städten teilhaben lassen. Quelle: Christian Behrens
Hannover

„Social Innovation Center“ – so heißt das Modellprojekt der Region Hannover, bei dem Start-Ups mit sozialen Anliegen beim Aufbau ihres Unternehmens unterstützt werden. Einzige Voraussetzung: Es muss eine Idee entwickelt werden, die Antworten auf gesellschaftliche Probleme gibt. Beim „Demo Say“ in der „Zukunftswerkstatt Hafven“ präsentierten junge Macher vier Projekte.

So wollen Iuliana Adina Apostol (34), Alexander Foremny (30) und Imtisal Elmalih (34) mit ihrem Projekt „Tantiveta“ in der virtuellen Realität ältere und junge Menschen zusammenbringen. Viele Senioren seien im Alter isoliert und vereinsamen. „Wir wollen sie in den Alltag ihrer Familienangehörigen einbeziehen, in dem wir ihr Leben lebendiger gestalten.“ Mit Hilfe einer Virtual-Reality-Brille soll eine Großmutter beispielsweise die Malereien ihrer Enkeltochter sehen können, die in einer anderen Stadt lebt. Doch bis es soweit ist, liegt noch ein langer Weg vor den Gründern: „Wir dürfen die Senioren nicht überfordern“, erklärt Apostol. Die ersten Kontakte zu Pflegeheimen sind geknüpft. „Jetzt wollen wir Senioren kennenlernen, ihnen erklären, was Virtual Reality ist und was wir vorhaben.“ Anschließend wird mit einem Prototypen getestet, wie sie darauf reagieren. „Dafür zeigen wir zunächst einfache Fotos von Landschaften.“ Später sollen dann die Situationen von Familienangehörigen eingebunden werden.

Online-Plattform für Pflegebedürftige und Dienstleister

Um das Thema Medizin geht es auch bei „Care Match“ – einem Projekt von Roman Helbig (29) und Julia Hildebrandt (28) von der Diakovere. In ihrer App sollen Pflegebedürftige und Pflegeanbieter leichter zueinander finden. So möchte Proband Daniel in den Urlaub fahren, weiß aber nicht, wo er seine pflegebedürftigen Eltern unterbringen kann. Im Berater-Bereich der Online-Plattform kommt er durch die Beantwortung von Fragen auf das Ergebnis „Verhinderungspflege“ und kann sich weiter darüber informieren. In einem zweiten Schritt sucht das System einen ambulanten Pflegedienst und findet Pflegekraft Nadja, die vorher ihre freien Kapazitäten eingegeben hat. „Hätte Daniel über Google nach einem Pflegedienst gesucht, hätte er alle einzeln anrufen und immer wieder sein Anliegen erklären müssen“, erklärt Hildebrandt. „Das System ist für Daniel schnell, unabhängig und selbstbestimmt und für Nadja passend, zeitsparend und flexibel.“

Das Projekt „Mederest“ befasst sich mit seltenen Erkrankungen. Matthias Schönermark (55), Beate Kasper (31), Thora Mrosowsky (27) und Heike Kielhorn (49) haben eine Plattform entwickelt, auf der Patienten mit einer seltenen Erkrankung sich mit anderen Betroffenen austauschen können. „Unser Ziel ist es, dass Ärzte, Forscher und Patienten zusammenkommen“, erklärt Kielhorn. Jessica Dietz (27) und Annekatrin Utke (27) wollen in ihrem Projekt „Heldinnen Workshop“ junge Frauen fit für den Umgang mit Social Media machen. Es sei wichtig, dass junge Mädchen „die alternative Mediennutzung erleben und die feministische Lesart von Instagram und anderen sozialen Medien lernen“, erklärt Dietz. In den kommenden Wochen wollen die Gründer ihren Workshop in Form einer AG an einer Schule testen.

Bewerbungsfrist für den zweiten Jahrgang läuft

Birgit Honé (SPD), Landesministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, war beim „Demo Day“ begeistert: „Es ist außerordentlich beachtlich, nach zehn Monaten schon solche Ergebnisse zu haben.“ Das bestätigte auch Ulf-Birger Franz (SPD), Dezernent für Wirtschaft, Bildung und Verkehr der Region Hannover, sagt: „Viele junge Leute haben gute Ideen, wissen aber nicht wie sie diese umsetzen. Durch das Projekt haben sie Ansprechpartner, die ihnen Sicherheit geben.“

Finanziert wurde das Projekt mit rund 187 000 Euro vom Europäischen Sozialfond, 124 000 Euro steuerte die Region bei. Angehende Gründer können sich mit ihren Ideen bis zum 30. April für den zweiten Durchgang des Förderprogramms bewerben. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.denkdieweltneu.de

Von Cecelia Spohn

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

20 Grad - und das im Februar. Die Hannoveraner können diese Tage ein fast schon sommerhaftes Wetter genießen.

27.02.2019

Künstliche Gravitation im Weltall, Optimierung von Ampelschaltungen, Standortbedingungen für Straßenbäume – das sind nur wenige von 57 Projekten im Regionalwettbewerb Jugend forscht.

27.02.2019

Traumhafter Sonnenschein, Temperaturen um milde 19 Grad: Hannover genoss am Mittwoch den Frühling im Februar.

27.02.2019