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Meine Stadt Ballhof soll fünf Meter hohen Kaugummi-Automaten bekommen
Hannover Meine Stadt Ballhof soll fünf Meter hohen Kaugummi-Automaten bekommen
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00:23 29.06.2019
Landeplatz: Auf dem Ballhof soll das riesige Kaugummiautomaten-Raumschiff im Juli ankommen. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Auffallen soll Kunst, irritieren. Und manchmal sogar Spaß machen. Am Ballhofplatz stehen die Chancen gut, dass das gelingen wird. Dort wird voraussichtlich im Juli ein Riesen-Kaugummi-Automat landen. Landen, weil die ganze Sache viel von einem Raumschiff hat. Oder einem Silo. Wie auch immer. Das Wichtigste und Beste: Unten sollen wirklich echte Kaugummis herauskommen (Hannovers Kaugummiautomaten und ihre Geschichte).

Ausgedacht hat sich das die hannoversche Künstlerin Leona-Alina Boltes. Der Bezirksrat Mitte fand die Sache am Montag schon gut, hob brav zum einstimmigen Beschluss die Hand. Nun muss nur noch das Bauamt mitspielen. Denn wenn in Deutschland ein Kunstwerk fünf Meter hoch werden soll, müssen Statiker ran und Genehmigungen her.

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Boltes ist sich aber sicher, dass es klappen wird. „Es wird keine Probleme mit Draufklettern und Umfallen geben“, versicherte die 31-Jährige der Politik. Vandalismus juckt sie ohnehin wenig. Ein bisschen Graffiti macht Boltes nichts.

Und was passiert mit den Kaugummis?

Und wenn jemand ein wenig mit dem Feuerzeug an der Scheibe des Kaugummiautomaten herumkokeln sollte – auch nicht schlimm. Gab es schon immer. Gehört irgendwie dazu.

Und was passiert später mit den Kaugummis? Die Frage kam aus dem Bezirksrat. Natürlich, war zu erwarten. FDP-Mann Wilfried Engelke hatte sie sich zurechtgelegt. „Wir haben das Problem, dass alles schön neu gepflastert wurde und viele Leute einfach ihre Kaugummis auf den Boden werfen“, klagte er. Die Entfernung mache den Mitarbeitern von Aha „wahnsinnig viel Aufwand“. Sogar die Straßenreinigungsgebühren habe man dafür erhöhen müssen.

Entwurfsskizze: So soll der fünf Meter hohe Kaugummiautomat aussehen, für den extra eine Genehmigung des Bauamtes notwendig ist. Quelle: Galerie Stadtartist

Wo also hin mit den Kaugummis? In den Mund. Und dann? Künstlerin Leona-Alina Boltes („Improvisation ist alles!“) hatte nach schneller Rücksprache mit ihrem Galeristen Erol Sowy eine pragmatische Lösung parat. Sie forderte die Bürger auf, die benutzten Kaugummis direkt bei ihm in der Galerie „Stadtartist“ abzugeben. Die hat ihren Sitz praktischerweise gleich am Ballhofplatz. Und mit den gebrauchten Kaugummis wolle sie „dann ein neues Kunstwerk machen“, kündigte Boltes an.

„Es ist für Kleine und Große.“

Für drei bis sechs Monate soll das Kunstwerk „Kaugummiautomat“ aufgestellt werden. „Es ist für Kleine und für Große. Und weil es auch für die Großen ist, ist es auch so groß“, erklärte die Künstlerin.

Ob Raumschiff. Oder Silo. Oder von beidem ein bisschen: Die Kaugummis sind garantiert. Und der Spaß wohl auch.

Von Christian Bohnenkamp