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Meine Stadt Hannover: Ein Teehaus fehlt dem „Sehnsuchtsort“
Hannover Meine Stadt Hannover: Ein Teehaus fehlt dem „Sehnsuchtsort“
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07:43 06.11.2017
Kooperation vereinbart: OB Stefan Schostok und Changdes Vize-Bürgermeister Chen Ren.  Quelle: Uwe Dillenberg
Hannover

 Umgeben von chinesischen Antiquitäten sitzen und feinsten Tee schlürfen – Moritz von Münchhausen hat da so eine Idee. Im altem Familienerbe hat der Jurist die Baupläne für einen Teepavillon entdeckt. Die heute in der City umsetzen, wäre durchaus ein Ziel, findet er.

„Ein Teehaus fehlt der Innenstadt“, stimmt Burkhard Schneider vom Freundeskreis HannoverChangde zu. Das Angebot wäre eine Fazette mehr in der internationalen Außenwirkung und eine Anlaufstelle auch für Messebesucher.

Schneider und der Freundeskreis mit Co-Präsidentin Bailan Xia wollen, dass Hannover für die Chinesen das wird, was Düsseldorf für die Japaner ist – ein „Sehnsuchtsort“, das Zentrum der größten Community, ein Platz, an dem man gewesen sein muss und in dem man sein Geld anlegt. Interesse daran gibts im Land der Mitte. Die Wirtschaftsfördergesellschaft hannoverimpuls wird hannoverschen Unternehmern bei der Expansion helfen und die Chinesen hier unterstützen.

Damit es dabei nicht an der Sprache hapert, haben alle Partner einen ungewöhnlichen Bildungsurlaub vereinbart. Wer in Changde Grundkenntnisse erwerben will, kann das ab sofort und mit der notwendigen gesetzlichen Anerkennung.

„Wir wollen Brücken bauen“, sagt Changdes Vize-Bürgermeister Chen Ren. Denn die Freundschaft zwischen beiden Städten fing schließlich mit dem Wasser an. Ingenieure und Landschaftsarchitekten aus Hannover sanierten unter anderem im Rahmen eines EU-Projekts die Wasserwirtschaft der Millionen-Metropole, halfen beim Bau von Kläranlagen, Pumpstationen, Speichern für Regenwasser sowie mit Kanälen und Grünanlagen gegen eine Versiegelung der Böden. „Schwammstadt“ nennt sich das Konzept.

Die Stadt im Nordosten der Provinz Hunan verbesserte nicht nur die Wasserqualität, sondern erhielt Preis- und Fördergelder des chinesischen Staates in dreistelliger Millionenhöhe. In Folge der guten Zusammenarbeit entstand am Fluss die Hannover-Straße, ebenfalls ein Millionenprojekt, in dem auch die hannoversche Kaffeemanufaktur eine Dependance hat. Firmenchef Andreas Berndt berichtete der Delegation, aus Fremden seinen Freunde geworden – und aus Teilen der Kaffeeblüten Tee, von dem er Kostproben verschenkte.

Spätestens beim Drachenbootrennen werden sich Delegation und Freundeskreis wiedersehen. Einen neuen Wanderpokal haben die Chinesen jetzt im Gepäck.

Von Vera König