Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Hannover: Dritte Gefängnisstrafe für 21-Jährigen
Hannover Meine Stadt Hannover: Dritte Gefängnisstrafe für 21-Jährigen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 29.03.2018
Symbolbild
Symbolbild Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Mehmet S. (21) steht vor den Trümmern seines jungen Lebens. Am Montag wurde er vor dem Jugendschöffengericht im Amtsgericht Hannover bereits zu seiner dritten Gefängnisstrafe verurteilt. Er hatte am 22. März 2017 in Groß-Buchholz einen BMW gestohlen, befand der Richter. Stunden später fuhr der Angeklagte in der Nussriede (Groß-Buchholz) gegen einen Baum; der BMW war danach ein Totalschaden. Mehmet S. war ohne Führerschein unterwegs und flüchtete mit seinem Komplizen vom Unfallort.

Dafür gab es nun eine Jugendstrafe von einem Jahr und vier Monaten Gefängnis. „Der Angeklagte hat keine Perspektive“, urteilte der Richter. Mehmet S., ein türkischer Staatsbürger, muss mit seiner Ausweisung rechnen. Vor einigen Monaten wurde der junge Mann wegen Körperverletzung und Diebstahl zu einem Jahr und zwei Monaten Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Bis Mitte 2016 saß er eine zweieinhalbjährige Gefängnisstrafe unter anderem wegen Körperverletzung ab. Und er muss mit einer weiteren Verurteilung in Bayern rechnen. Wegen Erpressung sitzt er derzeit in Untersuchungshaft. Er soll mit zwei Komplizen einen Banker erpresst haben. Nach NP-Informationen drohten sie, den Kontakt des Bankers zu einer Prostituierten seinem Chef zu melden, falls er nicht 5000 Euro zahle.

Am 7. Dezember erfolgte die Verhaftung von Mehmet S. in Hannover. Am Montag gestand der Angeklagte das Fahren ohne Führerschein und die Unfallflucht. Zum Diebstahl erklärte seine Anwältin Tanja Brettschneider: „Ein Freund hat den Wagen gestohlen. Mein Mandant wusste nichts davon.“ Die Spurenermittler fanden eine Hautschuppe von Mehmet S. am Lenkrad des BMW`s. Mehr belastende Indizien gab es nicht.

Und der Autodiebstahl wirft Fragen auf. Der Besitzer (32) hatte das Auto zum letzten Mal um 21.30 Uhr gesehen. Wie die Diebe in den Besitz des Autoschlüssels kamen, weiß er nicht. Gegen 4 Uhr passierte der Unfall in der Nähe des Tatorts. Der Richter vermutete, dass Mehmet S. auf der Flucht gewesen sei. Ansonsten sei die zu hohe Geschwindigkeit, die wohl zum Unfall führte, nicht zu erklären.

Von Thomas Nagel