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Meine Stadt Drogen-Pakete: Drei Jahre Haft für Dealer
Hannover Meine Stadt Drogen-Pakete: Drei Jahre Haft für Dealer
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14:37 05.07.2019
VERURTEILT: Diar M. (26, mit Anwalt Dimitrios Kotios) war bislang ohne Vorstrafen. Am Freitag wurde er wegen Beihilfe zum Drogenhandels zu drei Jahren Haft verurteilt. Quelle: Frankenberg
HANNOVER

Das erste Urteil im Vahrenheider-Drogenring-Verfahren: Diar M. (26) ist am Freitag im Landgericht zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Richterin Britta Schlingmann sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte von Oktober 2018 bis Januar 2019 sechs Drogenpakete aus Spanien angenommen hatte. Somit habe er Beihilfe zur Einfuhr von Drogen und Beihilfe zum Drogenhandel geleistet. In den Paketen befanden sich insgesamt 60 Kilo Cannabis (Wirkstoffgehalt etwa zwölf Prozent).

Diar M. war bei seiner Festnahme geständig. „Ich habe 300 Euro für die Annahme eines Paketes erhalten“, sagte er bei der Polizei. Und er sagte auch, dass er diese Summe etwa fünf Mal erhalten habe. Angaben zu seinen Hintermännern machte er im Prozess nicht. Der Angeklagte lebt derzeit von Hartz-IV.

Großrazzia der Polizei

Die Pakete kamen aus Spanien. Ein „Manual Jiménez“ hatte sie aufgegeben. Die spanische Polizei konnte den Absender nicht ermitteln. Dafür nahm die deutsche Polizei nach jahrelangen Ermittlungen Anfang Mai einen 28-jährigen Türken in Vahrenheide fest. Er soll Drogenpakete aus Spanien und den Niederlanden im Wert von 2,2 Millionen Euro erhalten haben. Bei der Drogenrazzia wurden in der Region Hannover, Nienburg und Südniedersachsen 57 Wohnungen kontrolliert. Es wurden 20 Kilo Cannabis, zwei Kilo Kokain und 165 000 Euro beschlagnahmt. Es gab fünf Festnahmen.

Im Fall von Diar M. gab es, eine rechtliche Hürde zu überspringen. Nur das letzte Paket von „Manuel Jiménez“ wurde vor der Zustellung vom Hauptzollamt beschlagnahmt. Es erfolgte eine „Scheinzustellung“ von Beamten des Landeskriminalamtes am 22. Januar 2019. Als Diar M. die Annahme des Pakets in der Weimarer Allee (Vahrenheide) erklärte, erfolgte die Festnahme.

Haftbefehl aufgehoben

Bei den vier vorherigen Zustellungen unter dem Absender „Jiménez“ konnte die Staatsanwaltschaft nur vermuten, dass es sich um Drogenpakete handelte. Allerdings wogen alle Pakete zwischen 12 und 15 Kilo. „Und wenn man 300 Euro für die Annahme eines Pakets bekommt, dann wird wohl keine dreckige Unterwäsche drin gewesen“, so die Vorsitzende Richterin der Zwölften Großen Strafkammer.

Die Staatsanwältin hatte zwei Jahre und sechs Monate Haft gefordert. Anwalt Dimitrios Kotios eine Bewährungsstrafe. Für ihn war nicht der Nachweis erbracht, dass in allen Paketen Drogen waren.

Für Diar M., der keine Vorstrafen hatte, endete der Freitag noch ein wenig versöhnlich. Er konnte im Kreis der Familie das Landgericht verlassen. Das Gericht hob den Haftbefehl auf.

Von Thomas Nagel

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